Euphorbia lathyris
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Die Euphorbiaceaen sind eine sehr große Pflanzenfamilie, aber nur wenige Arten haben in der Homöopathie Bedeutung erlangt (Cascarilla, Croton tiglium, Euphorbium, Euphorbia lathyris, Jatropha, Mercurialis perennis, Ricinus communis) Als "biologisches Heilmittel" ist Euphorbium wohl am bekanntesten, weil es (im homöopathischen Sinne meist missbräuchlich) in Nasensprays Verwendung findet. Welch´ toxisches Potential in den Euphorbiaceaen steckt, verdeutlicht die unten stehenden Beschreibung einer Vergiftung von E.P. Anshutz (New, old, and forgotten Remedies) |
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Am 11. Sept. 1897 zerdrückte ich eine Beere bzw. eine Fruchthülse von Euphorbia lathyris und entdeckte, daß sie drei nussartige Samen enthielt - ähnlich denen, die ich vor zwei Jahren von einem Jäger erhalten hatte. Ich hatte gleich angefangen einige zu sammeln. Meine kleine Tochter, drei Jahre alt, und ihre Freundin, die 6 Monate älter war, spielten im Garten. "Leona hat solche Beeren gesammelt, wie Du sie gesammelt hast, und hat auch welche davon gegessen", sagte Julia. Ich beeilte mich ihr alle Beeren wegzunehmen, die sie gesammelt hatte und versuchte herauszufinden, wieviele sie gegessen hatte. Leona erzählte, sie habe zwei Beeren gegessen - das sind sechs Samen und zwei Schalen. Julia sagte, sie habe eine Beere gegessen, also drei Samen und eine Schale. Ausgehend von den Symptomen, die dann erschienen, kann ich sagen, daß ihre Angaben ehrlich waren. Aber zunächst wußte ich nicht, welche Wirkungen das Gift haben würde, oder wie es zu antidotieren sei. Darum gab ich ihnen zunächst einfach gesüsste Milch. Es war etwa 15 Uhr als sie die Beeren aßen. Um 15.30 Uhr begannen sie sich zu räuspern und zu husten. Allmählich wurde der Husten immer stärker und erstickender, so daß meine Frau schon annahm, sie hätten Keuchhusten. Um 17 Uhr kamen Krampfanfälle dazu, die sich in Durchfall und Erbrechen (alle 15 Minuten) entluden. Dabei bestand Schläfrigkeit zwischen den Anfällen. Gegen 18 Uhr verschlechterten sich die Krankheitsbilder ernstlich. Das Erbrechen, der Stuhl und der Urin vermehrten sich, und waren wie klares Wasser das mit weißen, transparenten, gelantineartigen koagulierten Klumpen vermengt ist. Um 20 Uhr wurde die Symptomatik alarmierend. Die Schläfrigkeit wechselte zum Koma. Eine Leichenblässe breitete sich auf Leonas Gesicht aus. Ihr Körper war in kaltem Schweiß gebadet und sie hatte Schweißperlen auf der Stirn. Ihr Atem war kalt und hatte einen schimmeligen Geruch. Das Herz wurde schwach und flatternd. Die verabreichte Arznei war offensichtlich wirkungslos. Ihre Kraft schwand zusehens. Dann gab ich ihr als letzte Hoffnung Veratrum album CM , und ließ Dr. George Whitworth rufen. Er kam um 21 Uhr. In der Zwischenzeit stabilisierte sich ihr Zustand. Das Koma wandelte sich in einen Schlaf, aus dem sie weckbar, und dann bei klarem Bewußtsein war. Darum entschieden wir uns, vorsichtig zu sein und das Mittel nicht zu wechseln. Sie hatte dann nur noch zwei Anfälle mit Erbrechen in der Nacht und schlief bis morgens um 8 Uhr. Sie erwachte hell und erholt, aber auch noch etwas müde. Und sagte:"Papa, ich war weggefahren mit dem Tutut-Auto, aber jetzt bin ich wieder bei Mama und Papa." Ich war glücklich, sie wieder bei uns zu haben. Der Husten war verschwunden, das Erbrechen hatte aufgehört und der Stuhl wurde nach und nach wieder natürlich. Aber es blieb eine Durchfallneigung für mehrere Wochen bestehen. Am Abend des nächsten Tages erschien ein unangenehmes Erythem auf ihrem Gesicht, daß sich allmählich zur Kopfhaut und von dort aus innerhalb von acht Tagen über den ganzen Körper ausbreitete. Der Ausschlag war glänzend, rauh und ödematös, mit brennenden Schmerzen; verschlimmert durch Berührung und durch kalte Luft; gebessert in einem geschlossenen Raum und durch Applikation von Süss-Öl. (E.P. Anshutz) |