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Latrodectus mactans

Latrodectus mactans - die Schwarze Witwe

Die Schwarze Witwe, wie sie in der Homöopathie verwendet wird, kommt vorwiegend in Amerika entlang der Pazifikküste bis nach Kanada vor. Nur der Biss des ca. 1 cm großen Weibchen erzeugt die bekannte Symptomatik.

Die Spinne hält sich normalerweise von menschlichen Ansiedlungen fern und lebt in Bodennähe, zwischen Steinen und Gestrüpp. Doch, wo man eine Spinne findet sind meist noch mehrere Exemplare in der direkten Umgebung. In den Städten kommt eher Latrodectus geometricus vor, deren Giftigkeit nicht so hoch sein soll wie bei ihren Verwandten. Aus Nordamerika wurden Biss-Unfälle mit Latrodectus mactans gemeldet, wo die Betroffenen Aussenaborte benutzt hatten. Hierbei kam es zu Bissen in die Genitalien. In den USA wurden im Zeitraum von 1959 - 1973 insgesamt 1726 Zwischenfälle mit Latrodectus mactans gemeldet, wobei 55 Personen an der Vergiftung starben.

 

Das homöopathisch aufbereitete Gift der Schwarzen Witwe ist ein wichtiges Mittel bei Angina pectoris.

Weitere Indikationen und Leitsymptome sind:

- Schmerzen in der Herzgegend, die bis in die Achselhöhle und / oder den Arm herab bis in die Finger

ausstrahlen.

- Hochdruckkrisen, Herz- und Gefäßkrämpfe

- Furcht zu ersticken (durch Verkrampfung der Brust- und Atemmuskulatur).

- Missempfindungen in den Extremitäten.

- Wäßrige Blutungen

 

 

Das Spektrum der homöopathischen Indikationen läßt sich aus der Symptomatik der Bissverletzung der Spinne ableiten.

Der Biss erzeugt zunächst einen kleinen weinroten Fleck, in dessen Zentrum man Einstiche, wie von Nadeln sehen kann. Der Fleck verblasst nicht durch Druck. Nach kurzer Zeit entwickelt sich in der Bißgegend ein scharfer, brennender Schmerz. Nach einigen Stunden ist die Umgebung der Bißstelle überempfindlich gegen Berührung. Es entwickelt sich eine große Niedergeschlagenheit - Traurigkeit. Die Betroffenen weinen und glauben Sterben zu müssen. Der Schmerz breitet sich dabei nach und nach von der Bißstelle über den gesamten Körper aus und wird als sehr intensiv erlebt. (Von Gebissenen wird berichtet, daß ihnen diese Schmerzen noch nach Jahren lebhaft in Erinnerung geblieben sind). Vom Körper ausgehend konzentriert sich die Schmerzhaftigkeit in der Brust / Herzgegend. Nach einiger Zeit entwickelt sich der Schmerz vom Herzen ausgehend zu den Extremitäten wieder zurück. Aber dann treten klonische Muskelkrämpfe auf. Die Zunge zittert und die Sprache wird lallend. Die Bauchmuskulatur wird bretthart und erinnert an ein akutes Abdomen. In dieser Situation können die Betroffenen sich nicht mehr auf den Beinen halten.

Das sympathische Nervensystem scheint ergriffen zu sein. Es entwickeln sich abdominelle Krämpfe, Koliken, Bronchialspasemen, Blasenkrämpfe und schmerzhafte Dauererektionen ohne sexuelle Erregung (Priapismus).

Speichelfluß, Augentränen und Schweißausbrüche setzen ein. Der Puls ist beschleunigt. In den ersten Tagen nach dem Biss ist meist der Blutdruck erhöht, während man im Blutbild eine Polyglobulie mit Leukocytose findet. Zu Beginn findet sich eine leichte Temperaturerhöhung, später ist eher eine Untertemperatur vorhanden. Während der Krampfphase kann auch eine Atmung vom Cheyne-Stoke-Typ auftreten (vgl. Aconitum ferox).

Auch der Urin ist zunächst vermehrt (mit Albuminurie und vermindertem Harnstoff), später verringert.

Zum Teil werden Hämaturie und Zylinder im Urin beobachtet.

Der Biss der Schwarzen Witwe führt beim Menschen in aller Regel nicht zum Tode.

Aus Sektionen von gebissenen Tieren weiß man, daß das Gift besonders Blutungen im Bereich der Lungen, des Pericards, Myocards, im Verdauungskanal, den Nieren und Nebennieren verursacht. Ausserdem wirkt das Gift deutlich auf das vegetative Nervensystem. Die akute Phase der Vergiftungserscheinungen ist nach einer Woche vorüber. Allerdings kann ein Schwächezustand über Monate erhalten bleiben.

 

Andere Latrodectus-Arten

Neben Latrodectus mactans ist durch den amerikanischen Homöopathen A. Grimmer auch das Gift von Latrodectus katipo (die neuseeländische Variante) beschrieben worden.

Von Bonnet wurde aufgrund toxikologischer Daten ein Arzneibild von Latrodectus mactans hasselti (die australische Variante) erstellt. Die Symptome werden gemeinsam mit den Angaben im Boericke (Lat-m.) aufgeführt, sind aber über genaue Quellenangaben trennbar.

 

Literatur:

- Bonnet, M.S; The toxicology of the Latrodectus hasselti spider o the Australian red back spider; British Homeopathic Journal (1999) 88, 2 - 6

- Dorcsi, Mathias; Homöopathie, Band 5; Haug-Verlag, Heidelberg, 1983

- Grimmer, Arthur; The Collected Works of Arthur Hill Grimmer; Hahnemann International Institute, 1996

- Schmidt, Günter; Giftige und gefährliche Spinnentiere; Westarp-Wissenschaften, 2000

- Ureta, Emilio; Das Vergiftungsbild von Latrodectus mactans; ein zusammenfassender Bericht in deutscher Übersetzung findet sich in der AHZ 1954 / 7, S. 227 // die Orginal-Arbeit erschien in: Divulgacion de la Homeopacia. Agosto 1953

 

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