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Cadmium sulphuricum:

Dieses Mittel ist in unserer deutschen Literatur fast unbekannt. Auch Mattes erwähnt es in der Homöopathischen Heillehre wenigstens bei seiner Hauptindikation nicht. Nur die Übersetzung von Farrington gibt brauchbare Hinweise auf die Magenwirkungen des Mittels, doch zu wenig klinisch betont, um Eindruck zu machen. In der ausländischen Literatur findet man bei Clarke einiges, doch auch gerade den wesentlichsten klinischen Hinweis nicht, die Amerikaner wie Nash, Cowperthwaite übergehen es. Aus den grossen Sammelwerken Hughes, Allen ersehen wir, dass 2 kleine Prüfungen von Burdach (Hufelands Journal Bd. 64) und von Petron existieren. Aber eine brauchbare, höchst lehrreiche Schilderung der Wirkungen, soweit sie nach den unvollkommenen Prüfungen möglich, gibt nur Kent.

 

Durch das Studium desselben bin ich auf die, wie gesagt, schon bei Farrington erwähnten Magenwirkungen hingelenkt worden. Kent sagt unter anderem: "Am Magen finden wir die bezeichnendsten und wichtigsten Symptome. Der Magen verweigert den Dienst. Flüssigkeiten und einfachste Nahrungsmittel schlagen um und kommen sauer wieder hoch, mit Blut und Galle vermischt; ranziges Aufstossen; grosse Erschöpfung. Peinvolle Übelkeit. Bei diesem Mittel wird der Kranke sagen: Sprecht nicht mit mir; lasst mich zufrieden; lasst mich in Ruhe sterben. Wenn Sie einen Fall von Magenkrebs haben mit Brennen, Erschöpfung, Erbrechen, erleichtert Cadmium diese Beschwerden auf Wochen hinaus. Ich habe solche gesehen, wo die Schmerzen durch Narcotica bekämpft worden waren, bis nichts mehr im Magen bleiben wollte und dieses Mittel half"

 

Ich kann das bestätigen; wiederholt habe ich mit Cadmium überraschende Besserungen bei Magencarcinom beobachtet. Überhaupt sieht man gerade bei dieser Form des Krebses sehr gute Wirkungen homöopathischer Mittel; aber speziell das unstillbare Erbrechen, wenn es keiner anderen Arznei weicht, hört oft auf Cadmium sofort auf. In der letzten Zeit beobachtete ich eine alte Frau von 65 Jahren, die vor 4 Jahren nach einem enormen Schreck ein schweres Herzleiden erwarb. Vor 2 Jahren Blutvergiftung. Seit 1 Jahre Magenbeschwerden. Bricht seit 1/2 Jahr trotz aller Mittel jegliche Nahrung aus. Unmittelbar unter dem Processus xiphoideus apfelgrosser harter Tumor. HCL fehlte nach Sahli'scher Desmoid-Probe. Nach C admium D. 6. behielt sie nach 14 Tagen leichte Nahrung, erbrach nicht mehr, Allgemeinbefinden, Gesichtsfarbe besserten sich.

 

In einer grossen Anzahl von Fällen von Carcinoma ventriculi beseitigte das unaufhörliche Erbrachen nur Cadmium 6. und Apomorphin 4. im Wechsel.

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Quelle:

Ausschnitt aus dem Artikel: "Bemerkungen zu einigen seltener angewendeten Mitteln und selten beachteten Indikationen bekannter Mittel" von Dr. Gisevius jun.; erschienen in der Zeitschrift des Berliner Vereins homöopathischer Ärzte, Band 27, 1908, S. 273 - 290

Gesamter Artikel als pdf-Datei (7Mb)

 

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