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Robinia pseudacacica

fehlt in der deutschen Literatur bis auf die kurze Bemerkung bei Farrington : Im Kiefer Gefühl, als wäre er ausgerenkt, dabei intensiver saurer Geschmack oder Erbrechen." Damit ist nicht viel zu machen; und doch hat das Mittel eine begrenzte, aber zuverlässige Wirkung.

 

In der ausländischen Literatur finden sich bestimmtere An gaben (Hale, Clarke, Cowperthwaite). Prüfungen liegen vor von Burt vom Kauen der Rinde, ferner von Spranger mit der Tinctur, Vergiftungen mit den Schoten. Die zahlreichen Symptome von Honatt gibt Allen sehr auffälliger Weise in einem Anhang, was er sonst selten tut; Hale singt ihm ein besonderes Lied: "Seine Pathogenese ist zu ausgedehnt, zu tragisch, ähnelt zu sehr seinen anderen Prüfungen, um verlässlich zu sein." Dieser Honatt ist überhaupt ein schwieriger Fall für einen in der Arzneimittellehre quellenmässig arbeitenden Homöopathen. Ich kenne seine Nouvelles Données -de Mat. Med. Homoeop., Paris 1866, im Original nicht, habe aber bei der Bearbeitung von Rana bufo mich redlich mit ihm herumschlagen müssen, er hat auch für dieses Mittel die meisten Symptome geliefert und Hale sagt bei dieser Gelegenheit von ihm, dass es besser für unsere Schule wäre, wenn diese und seine anderen Prüfungen nicht das Licht der Welt erblickt hätten.

 

Dagegen haben die Symptome der Prüfungen von Bart und Spranger zu sicheren klinischen Ergebnissen geführt und auch von Honatt sind einige Symptome klinisch bewahrheitet worden. Das Leitsymptom ist Überproduktion von Säure im Magen, < nachts. Die Vergiftungen zeigen: Erbrechen -von zähem Schleim, bisweilen blutig gefärbt. Dabei Schmerzen im Epigastrium, Schwäche, Benommenheit; Rachen trocken; Herztätigkeit schwach, aussetzend; Pupillen erweitert.

Die für Robinia geeigneten Fälle haben: Saures Aufstossen. Soodbrennen. Appetit gut. Magenschmerz eine oder zwei Stunden nach der Mahlzeit. Magen und Därme von Gas ausgedehnt. Salzsäuregehalt des Magens sehr hoch.

 

Ferner wird als bezeichnend angegeben: Hemicranie (Schläfe) bes. nachts. Schwerer, drückender Kopfschmerz < bei Bewegung und Lesen. Dabei dumpfer, drückender Magenschmerz. Diese Kombination von Kopf- und Magensymptomen sichert dem Mittel einen ehrenvollen Platz bei Migräne.

 

Honatt hat in seiner Symptomatologie Gesichts-Neuralgie, in die Augen und den Vorderkopf ziehend mit Zusammenziehen von Kiefer und Gesicht; Kiefer wie zerbrochen. Hering heilte daraufhin einen entsprechenden Fall mit saurem Geschmack und Eibrechen.

 

Bei der Reichmann'schen Krankheit.. Hypersekretion des Magens, leistete mir das Mittel gute Dienste. Die Krankheit ist nicht häufig, entspricht in ihren Erscheinungen der Hyperacidität: Schmerzen, saures Aufstossen, Schwindel, Erbrechen einer stark sauren, im Schlunde brennenden Flüssigkeit, auch bei nüchternem Magen und oft nachts. - Bei langer Dauer Erschöpfung bis zur Kachexie - alles Symptome nie mehr für Robinia charakteristisch angegeben.

 

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Quelle:

Ausschnitt aus dem Artikel: "Bemerkungen zu einigen seltener angewendeten Mitteln und selten beachteten Indikationen bekannter Mittel" von Dr. Gisevius jun.; erschienen in der Zeitschrift des Berliner Vereins homöopathischer Ärzte, Band 27, 1908, S. 273 - 290

Gesamter Artikel als pdf-Datei (7Mb)

 

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