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Eine unfreiwillige
Anacardiumprüfung.
(New Engl. Med. Gaz, Jan.
1902.)
Dr. Thomas fielen vor einigen
Jahren beim Dispensiren von Anacardium einige
Tropfen der 2. Dezimalpotenz auf die
Dorsalfläche der linken Hand. Er wischte
dieselben mit dem Taschentuche weg und dachte nicht
weiter an die Sache.
Am nächsten Morgen bemerkte er
aber beim Aufstehen ein leichtes Jucken, Brennen
und Stechen an der Hand, den Wangen, den
Augenlidern und Ohrmuscheln und in beiden
Leistengegenden. Anwendung von heissem Wasser wurde
unangenehm empfunden, während gelindes Reiben
vorübergehende Erleichterung gab. Im Laufe des
Tages nahmen die Beschwerden beständig zu, so
dass am Abend die Stellen intensiv geröthet
waren, eine mässige Verhärtung zeigten
und unerträglich juckten; auch eine leise
Andeutung von Bläschenausschlag war vorhanden,
der aber erst am nächsten Morgen zur vollen
Entwickelung gelangte. Nach weiteren 2 Tagen wurde
der Inhalt der, Bläschen eitrig und war die
Haut in ihrer Umgebung stark entzündet. Die
Pusteln wurden durch Einstiche entleert mit dem
Resultate, das der Prozess von Neuem begann, also
wahrscheinlich infolge von Einimpfung des giftigen
Pustelinhalts.
Kalte Umschläge mit
Carbolwasser, Bleiwasser, Borsäurelösung
Alkohol etc. brachten keine Linderung, während
heisses Wasser nach anfänglicher
Verschlimmerung erleichterte.
Juglans
ciner. erwies sich als
Antidot gänzlich wirkungslos.
Einige Monate später
berichtete ein anderer hom. Arzt über einen
ähnlichen Fall, in dem der innere Gebrauch von
Anacard. dieselben Hauterscheinungen hervorgerufen
hatte.
Nach dem Aehnlichkeitsgesetz
scheint demnach Anacard. bei Rhus-Vergiftungen,
ferner bei Herpes und Herpes zoster und bei manchen
Formen von Urticaria angezeigt zu sein.
Gr.
Quelle:
Dieser Artikel erschien in der
Rubrik Aus fremden
Zeitschriften der
Zeitschrift des Berliner Vereins
homöopathischer Aerzte, 1902, S. 265 -
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