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Einige Erfahrungen mit Colchicum Von Dr. Fischer
Der Verfasser erinnert sich noch der von Hering gegebenen Vorschrift, das Mittel bei Trommelsucht des Rindviehs zu geben, woran dieses häufig im Frühjahr durch den Genuß von frischem Klee erkrankt. Er gibt an, damit stets glänzende erfolge erzielt zu haben, so daß die sonst notwendige Punktion unnötig wurde.
In einem Falle handelte es sich um einen eingeklemmten Leistenbruch bei einem älteren Herren. Der Allopath hatte nach vielen vergeblichen Versuchen zur Reposition den Mann aufgegeben (warum keine Herniotomie gemacht wurde, ist nicht angegeben). Der Leib war sehr aufgetrieben, seit 24 Stunden bestand unaufhörlicher Singultus, Berührung des Leibes war überall außerordentlich empfindlich, aus dem Mund floß massenhaft speichel und Schleim, und der Gesichtsausdruck zeigte die Schwere des Falles an. Auf Colchicum hörte der Singultus innerhalb von 20 Minuten auf, nach anderthalb Stunden hatte er von selbst Stuhlgang, die Auftreibung verschwand rasch, so daß der Kranke seinen Bruch leicht zurückbringen konnte. Später stellte sich Durchfall ein, wogegen eine Gabe Hyoscyamus gegeben wurde. Am nächsten Morgen war der Kranke vollständig wohl.
Ein Fall von Magenkrebs (die Diagnose wurde später durch die Sektion bestätigt). Im Vordergrund der Beschwerden stand ein außerordentlich quälender Singultus und starkes Erbrechen, sogar der Geruch der Nahrung verursachte Übelkeit. Nach zwei Tagen waren Erbrechen und Singultus verschwunden.
Als dritten Fall führt der Verfasser den einer neurasthenischen Dame an, die an Schleimkolik mit starkem Tenesmus, Appetitlosigkeit und Hyperchlorhydrie litt. Abscheu vor Essen, sogar der Geruch der Nahrung verursachte ihr Übelkeit. Stuhl gelatinös, wie gehackt aussehend, mit Erleichterung nach der Entleerung führte auf Colchicum. Vollständige Heilung im Verlauf weniger Wochen. Homeopathic World, Juni, 1910
Übersetzung ins Deutsche von Dr. Kröner; erschienen in der Zeitschrift des Berliner Vereins Homöopathischer Ärzte, 1911, Seiten 208 - 209 |