Zur Artikelübersicht

Zurück zur Startseite

 

 

Hyoscyamus bei toxischer Gastritis

(Dr. Golden, Hahn. Month. Sept. 1903.)

 

Unter toxischer Gastritis versteht der Autor eine entzündliche Affektion der Magenschleimhaut, hervorgerufen durch den Genuss verdorbener Nahrungsmittel. Daneben bilden sich Zersetzungsprodukte, die absorbiert werden und neben den lokalen auch allgemeine toxische Erscheinungen hervorrufen. Hierzu folgende Krankengeschichten.

M., 45 J. alt, hatte am Nachmittag Milch getrunken, und war ihm gleich ein eigentümlicher Beigeschmack derselben aufgefallen. In der Nacht erkrankte er mit Übelkeit und Durchfall, Schwindel und häufigem Singultus. Dieser Zustand steigerte sich bis zum Kollaps. Es war Durst vorhanden, aber alles Getrunkene wurde sogleich wieder ausgebrochen. Ausserdem wurde über mäßige Schmerzen in der Magengegend geklagt. Nux v., Veratr. und Ars. blieben erfolglos. Hyoscy. Urtinktur 15 Tropfen in Wasser gelöst und alle 5 Minuten eingegeben, beseitigte die bedrohlichen Erscheinungen in 1/2 Stunde. Darauf stellte sich Schlaf ein, und erwachte Pat. nächsten Morgen gesund wieder.

In den folgenden beiden Fällen war der Zustand ähnlich. Nach dem Genuss von verdorbenen Speisen und Getränken, Übelkeit und, Erbrechen, Schmerzhaftigkeit in der Magengegend, Durst mit Unverträglichkeit gegen Getränke, Singultus. und Kollapssymptome. Stets erfolgte nach vergeblicher Anwendung anderer Mittel auf den Gebrauch von Hyoscyamus in kürzester Zeit Nachlassen der Störungen.

Grieselich

 

Quelle:

Zeitschrift des Berliner Vereins homöopathischer Ärzte, 1903, Heft 6, S.458 - 459

Bild von Hyoscyamus

Zur Artikelübersicht

Zurück zur Startseite