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Plantago major* von Dr. G. Sieffert, Paris Die aus dem Wegerich gewonnene Tinktur ist überhaupt kein Mittel, welche in der Therapie eine hervorragende Rolle spielt, doch findet man in seiner Pathogenese die zwei Symptome "Niedergeschlagenheit und Schlaflosigkeit". Beide Symptome kommen auch bei chronischer Tabakvergiftung vor, und so versteht sich, daß Farrington erwähntes Mittel gegen das Tabakrauchen empfehlen konnte: "Man behauptet, das Plantago major einen Widerwillen gegen Tabak hervorrufe" sagt er in seiner klinischen Arzneimittellehre. "Ich habe einen der zwei Kranken gesehen, die behaupteten, sie hätten, nachdem sie Plantago major genommen, Abscheu vor Tabak." Daß Tabakrauchen leicht eine unverbesserliche Gewohnheit wird, brauche ich nicht weiter zu betonen; und daß mancher Raucher sich gerne seines Lasters entwöhnen möchte, daß er aber gegen seine eingewurzelte Gewohnheit unnütz kämpft, ist ebenso bekannt. Nun kamen kürzlich miteinander zwei Herren in meine Sprechstunde und baten mich, ich möchte sie doch von diesem Übel befreien. Ich verordnete zuerst Lobelia inflata, kam aber nicht zum Ziele. Nach Mißlingen dieses Versuchs griff ich zu Plantago major und zwar in folgender Weise: täglich viermal zwei Tropfen der sechsten Verdünnung. Schon nach achtägiger Behandlung bestätigten beide Patienten, daß sie viel weniger Lust zum Rauchen hätten. Ein jeder von ihnen hatte bis dahin alle Tage 25 bis 30 Zigaretten geraucht. Jetzt war das Quantum auf acht heruntergesunken. Sie fuhren noch eine Woche länger mit der Behandlung fort, und ohne jede weitere Beschwerde entstand bei ihnen ein wirksamer Ekel vor dem Tabakrauchen: Pfeife, Zigarren und Zigaretten wurden völlig verlassen und sind auch seit zwei Monaten schon ohne jeden Rückfall verlassen geblieben. Deshalb halte ich mich nun für berechtigt, diese Beispiele zu veröffentlichen.
*Artikel in der "Leipziger Populäre Zeitschrift für Homöopathie", 1906, Heft 19+20; S. 151
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