Zur Artikelübersicht

Zurück zur Startseite

 

Impfung per os mit Variolinum

Nachdem tuberkulöse Infektion durch den Darmkanal als erwiesen gelten kann, besteht auch für andere Erkrankungen die Möglichkeit dieses Infektionsweges. Daß die innerliche Impfung wirksam ist, wurde experimentell erwiesen. Nach Darreichung des aus echten Blatternpusteln gewonnenen Variolin treten im Verlauf von fünf Tagen Frost mit Fieber, Kopf- und Rückenschmerz, Übelkeit und andere Begleitsymptome der Pocken auf. Während dieser Symptome wird das Variolin weitergereicht, bis die Reaktion abflaut. der Patient kann dann als Pocken-immun gelten. diese Methode wird von den homöopathischen Ärzten Iowas geübt und für zuverlässiger gehalten, als die altübliche durch Schnitt. Viele Gefahren der letzteren (Impferysipel, Infektion der Augen usw.) werden dabei vermieden. Über die Dauer des Pockenschutzes fehlen noch sichere Beobachtungen.

Dr. Hensley, Medical Century, 1910/10

 

Die hier wiedergegebene deutsche Übersetzung (von Dr. M. Schlegel) erschien in der Zeitschrift des Berliner Vereins Homöopathischer Ärzte, 1911, S. 209