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Dr. Wilhelm Ameke |
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geboren: 19. April 1847 gestorben: 22. Januar 1886 |
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Dr. Wilhelm Ameke wurde als Sohn eines Arztes am 19. April 1847 in Menden/Westfalen geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums studierte er ab 1865 Medizin in Würzburg. Bereits ein Jahr später mußte er sein Studium wegen des Krieges unterbrechen. Nach dem Krieg studierte er in Bonn, Marburg und Halle weiter und promovierte 1869. Im Winter 1869 /70 bestand er dann die ärztliche Staatsprüfung. Bereits 1870 brach der Deutsch-französische Krieg aus, in dem er als Truppenarzt tätig war. Die Strapazen des Krieges untergruben seine Gesundheit soweit, daß er danach an andauernden Verdauungsstörungen litt, die mit zunehmender geistiger Ermattung und körperlicher Schwäche verbunden waren. Und dies, ohne dass eine bestimmte Erkrankung diagnostiziert werden konnte. Er ließ sich in seiner Heimatstadt Menden nieder und wurde kurze Zeit später zum Vorsteher des dortigen Krankenhauses gewählt. Sein inzwischen verstorbener Vater hatte einen weitreichenden Ruf als Mediziner gehabt und so kamen nun schnell zahlreiche Patienten in seine Praxis.
Im Jahre 1872 schrieb er an seinen Freund Dr. Sulzer in Berlin:
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"Ich habe bereits eine ausgedehnte Praxis, aber diese Art Arzt zu sein, gefällt mir nicht. Oft schäme ich mich ein Rezept zu verschreiben, von dem ich von Vornherein weiß, daß es für den Verlauf der Krankheit ganz unnütz ist. Was meinst Du zur Homöopathie? Da Dein Vater Homöopath ist, mußt Du der Frage doch schon näher getreten sein. Ich möchte mir die Sache doch wohl mal ansehen." Ohne die Antwort seines Freundes abzuwarten, legte er seine ärztliche Praxis in Menden nieder und siedelte nach Köthen über um sich an der Klinik von Arthur Lutze mit Theorie und Praxis der Homöopathie zu beschäftigen. Er verbrachte dann einige Monate bei seinem Freund Dr. Sulzer in Berlin, wo er sich insbesondere dem Studium der Arzneimittellehre widmete. Im Herbst 1872 ließ er sich dann in Würzburg nieder, wo er drei Jahre lang blieb. Aber aufgrund seines starken Interesses an der homöopathischen Literatur zog er dann nach Berlin zurück (insbesondere wegen der homöopathischen Bibliothek des Berliner Vereins Homöopathischer Ärzte). Hier schrieb er sein Buch "Die Entstehung und Bekämpfung der Homöopathie" in dem er sich intensiv mit den Angriffen gegen die Homöopathie auseinandersetzte. Nach der Beendigung dieses Buches (1885) wurde er zusehends schwächer. Seine Verdauungsstörungen wurden stärker, es stellte sich Fieber ein und der Verdacht auf eine Darmtuberkulose keimte auf. Erst kurz vor seinem Tod entwickelte er einen schwachen Husten mit wenig Auswurf, der dann diesen Verdacht erhärtete. Dr. Wilhelm Ameke verstarb im Alter von 39 Jahren am 22. Januar 1886.
Er war ein glühender Verfechter der Homöopathie und hatte neben seinem Buch verschiedene Zeitschriftenartikel geschrieben und war im Berliner Homöopathischen Ärzteverein sehr aktiv. Ein Artikel (in den "Homöopathischen Monatsblättern" erschienen) wandte er sich gegen das vereinfachende und verfälschende System der Schüsslerschen Biochemie). Ein anderer Artikel (erschienen in der Zeitschrift des Berliner Vereins homöopathischer Aerzte; 1882, S. 323) trägt den Titel: "Versuch zu einer Therapie auf der Grundlage der Chemie des Menschen". In diesem Artikel beschreibt er die homöopathische Anwendung von verschiedenen Stoffen, die eine Rolle im physiologischem oder pathologisch veränderten menschlichen Stoffwechsel spielen. Unter anderem werden folgende Stoffe (und ihre homöopathische Anwendung (!) ) besprochen: Urea, Xanthin, Acidum hippuricum, Allanthoin, Mucin, Neurin, Leucin, Cholesterin, Acidum lacticum (wobei er die verschiedenen Milchsäure-Arten differenziert). Zur Anwendung gelangten die verschiedenen Präparate in Krankheitsprozessen, in denen sie eine besondere Rolle spielen.
Ameke ist damit als Begründer der Tautopathie anzusehen.
_________________________ Quellen: - Ameke, Wilhelm; "Versuch zu einer Therapie auf der Grundlage der Chemie des Menschen"; Artikel in der Zeitschrift des Berliner Vereins homöopathischer Aerzte; 1882, S. 323 - Richard Haehl; Dr. Wilhelm Ameke; Artikel in Deutsche Zeitschrift für Homöopathie 1931, Heft 2, Seite 29 - 38
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