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Hale-Index- Bufo
Bufo
Rana Bufo, Brasilianische Kröte
Das nachfolgende Symptomenverzeichniss (mit Ausnahme der
klinischen Fälle) ist Lippe´s Mater. Medic. entnommen.
Allgemeines:
- Verschlimmerung früh oder Abends
- Ein warmes Zimmer ist unangenehm
- Grosse Schwäche
- Ohnmacht
- Anschwellung des ganzen Körpers
- Zucken der Muskeln
Epilepsieartige Convulsionen:
- Ein Kranker hatte nach Varioloid Peritonitis; nach
mehrwöchentlicher, verschiedentlicher Behandlung
plötzlich um Mitternacht Convulsionen alle 20 Min. bis 4 Uhr
nächsten Tag Nachmittag. Vor jedem Anfalle Unruhe der Glieder
und des Körpers, eine Art Lecken mit der Zunge, befühlt
das Gesicht und reibt die Nase; Zusammenziehung der Finger der
rechten Hand, dann der linken, mit eingeschlagenen Daumen; die
Arme steif; der Kopf nach rechts oder links gezogen, dann
rückwärts; Mund weit offen; das rechte Auge offen, das
linke fest geschlossen; die Augen nach oben und links gerollt;
Pupillen sehr erweitert und unbeweglich; die Unterglieder gerade
und steif. Bis auf diesen Zeitpunkt waren die Muskeln in einer Art
tonischen Krampfes, aber nun begannen die Zuckungen und
Krämpfe, zuerst im Gesicht, dann im ganzen Körper, und
wurden so heftig, dass das ganze Muskelsystem schwer davon
ergriffen war; dabei Auswerfen schaumigen, blutigen Schleimes aus
dem Munde und Harnabgang. Die Convulsionen wurden nun weniger
schnell und heftig; das Athmen tief und schnarchend mit
Lippenblasen bei jeder Exspiration und in ein Seufzen endigend;
allmälig Eintreten eines comatösen Zustandes, aus
welchem der Kranke nicht aufgeweckt werden konnte. 50 solche
Anfälle in 15 Stunden, dabei völlige Unbesinnlichkeit;
im Laufe der Anfälle wurde der Puls immer schneller und
fadenförmiger, Kopf und Gesicht heisser; der Körper und
besonders die Hände und Arme waren in einem kalten Schweisse
gebadet; die Augen heftig injicirt, eingefallen und leblos. Bufo
30., _stündlich heilte. (Hahnemann, Monthly, 1871,357. Payne)
- Ein 43jähriger Mann bekam seit 1 Jahre ohne bekannte
Ursache jeden Monat mehrere Anfälle von Epilepsie; keine Aura
epileptica, die Anfälle ganz plötzlich und ohne
charakteristische Symptome; Bewusstlosigkeit, livides Gesicht,
blutiger Schaum vor dem Mund etc.; nachdem der Anfall 10-20 Min.
gedauert, mehrstündiger Schlaf, aus dem er erwacht ohne zu
wissen, was vorgefallen ist; Bufo 6., zweimal täglich; kein
Anfall mehr. (Allgem. hom. Ztg. 68.13. Bojanus)
- Ein 11jähriger , wohlgenährter Knabe hatte ohne
Veranlassung vor 6 Monaten einen epileptischen Anfall; seitdem
jede Woche an einem Tage 4 Anfälle in schneller Folge. Im
Beginne des Anfalles ein durchdringender, unarticulirter, wilder
Schrei. Der Kranke fällt hin und verliert die Besinnung,
darauf beginnen die Krämpfe in den Gliedern; Zuckungen und
Verzerrungen der Gesichtsmuskeln, Zähnknirschen, Schaum vor
dem Munde. Der Anfall dauert 10-15 Minuten darnach 2-3 Stunden
tiefer Schlaf mit Schnarchen. Bufo 6., zweimal täglich,
heilte in 4 Wochen. (Allgem. hom. Ztg. 69.5. Bofanus)
- Ein 16jähriges, sanguinisch-lymphatisches Mädchen,
gesund aussehend, hat seit 5 Jahren jährlich 10-12
Anfälle von Epilepsie; die Anfälle gewöhnlich
Nachts, vor Mitternacht, entweder vor dem Einschlafen oder
nachher; wenn sie wach ist, so hat sie erst ein allgemeines
Taubheitsgefühl, worauf sogleich der Anfall und
Unbesinnlichkeit folgen. Die Anfälle sind heftig, darnach
Schlaf und den nächsten Tag Mattigkeit; viel congestiver
Kopfschmerz mit Gesichtsröthe; schlimmer in der Wärme,
besser in der Kälte; lacht und weint leicht, weint viel.
Menses regelmässig, aber gering. Puls. und Caust. erfolglos.
Die Anfälle meist gerade vor den Menses. Heisse
Fussbäder und Grog verhindern die Anfälle zuweilen.
Rothe Liderränder und Krusten in den Wimpern. Bufo 30.; der
nächste Anfall leicht; darnach keiner mehr; fühlt sich
gesund. (N. E. Medic. Gaz. 6.435. Bell.)
- Epilepsie bei einem 18jährigen Manne seit 10 Jahren; in
einem andern Falle seit 8 Jahren bei einer 28jährigen Frau
(jeden andern Tag zur selben Stunde) wurde mit Bufo in
verschiedenen Verdünnungen 1.-12.) schnell geheilt; Symptome
sind leider nicht angegeben worden
- Eine 60jährige Frau hat seit 30 Jahren Epilepsie, einmal
die Woche, stets Nachts, nachher mehrere Stunden lang Coma. Bufo
200 besserte sogleich und heilte.
- Eine 30jährige Frau hat Epilepsie mehrmals
wöchentlich und ist in Folge dessen körperlich und
geistig ganz verkommen. Bufo 200, täglich 6 globuli, heilte
nicht blos die Epilepsie, sondern stellte sie geistig und
körperlich wieder her
- Epilepsie bei 2 jungen Männern. Bufo 200 heilte. (Americ.
Journ. of H. Mat. Med. 4.139. Holcomb.)
- Ein Schaf, Katze und Hund wurden mit Bufo inoculirt, alle
starben in wenigen Minuten unter schrecklichen Krämpfen;
Torpor und Convulsionen abwechselnd; plötzlicher Tod;
zuweilen Paraplegie von unten auf. Sectionsbefund: Erweichung des
Rückenmarkes, gänzliche Abwesenheit von Muskelreizung
Haut und Aeusseres:
- Gelbe Farbe der Haut
- Kleine Wunden eitern viel
- Carbunkel
- Geschwüre mit Brennschmerz
Schlaf:
- Schläfrigkeit nach den Mahlzeiten
- Neigung auf der linken Seite zu liegen
- Schläfrigkeit beim Rauchen den Vormittag
Fiebersymptome:
- Hitze mit Apathie oder Delirien und kalten Füssen
- Reichlicher Schweiss am Kopfe
Gemüth und Sensorium:
- Neigung zornig zu sein, zu beissen
- Stupor
- Schwindel mit Schwere des Kopfes
- Gehirnerweichung
Kopfschmerzen:
- Schmerz in der Stirn und Scheitel; die Theile sind schmerzhaft
bei Berührung, besonders Abends
- Rechtsseitiger Kopfschmerz, nach Nasenbluten gebessert
- Kopfschmerz nach dem Frühstücke
- Kopfschmerz, durch Licht und Geräusch verschlimmert
Augen, Nase und Angesicht:
- Augen roth und injicirt; sie jucken und sind geschwollen
- Wie ein Nebel vor den Augen
- Niesen Abends beim zu Bette gehen
- Nasenbluten
- Blüthen an der Oberlippe mit Schnupfen
- Kurz dauernde, fliegende Hitze im Gesichte
- Erysipelas
Mund und Hals:
- Stottern
- Schwarze Zunge
- Mundgestank
- Schleim läuft aus der Nase in den Rachen
- Trockenheit des Halses, das Schlingen verhindernd, früh
Appetit bis Stuhl:
- Verlangen auf Zuckerwasser
- Gefühl als ob er ohnmächtig werden sollte von Leere
im Magen
- Aufstossen wie von verfaulten Eiern
- Erbrechen nach Trinken
- Nach dem Essen unwiderstehliche Schläfrigkeit
- Kolikschmerzen nach Milch und Rauchen
- Weisser Stuhl
- Stuhlverstopfung mit Körperkälte und heissem Kopfe
- Hämorrhoidalknoten mit Abgang hellrothen Blutes
Harnorgan:
- Häufiges Lassen blassen Harnes
- Brauner stinkender Harn
- Brennschmerz in den Nieren mit Athemnoth und Ohnmacht
Männliche und weibliche Theile
- Neigung die Geschlechtstheile anzugreifen (Mann)
- Menses zu zeitig mit Kopfschmerz
- Brustkrebs: Eine Frau hatte eine kleine Verhärtung
in der rechten Brust mit zeitweisem, heftigem Stechen. Ein
taubeneigrosser, unebener, harter Knoten, beweglich, nicht
druckempfindlich. In der Achselhöhle kleine Drüsen. Buf.
30, 2 Gaben heilten. (Allg. hom. Ztg. 61, 9. Hencke)
- Eine 50jährige Frau hat schon seit mehreren Jahren eine
Verhärtung in der rechten Brust und seit einigen Wochen
brennend-stechende Schmerzen. Eine hühnereigrosse,
höckerige Verhärtung unter der Warze der rechten Brust,
nicht druckempfindlich; in der Achselhöhle einige kleine
Härten. Besonders Nachts brennende, stechende Schmerzen, zum
Aufschreien nöthigend. Die Kranke hager, zwei mal entbunden;
viel Kummer; nicht mehr menstruirend. Buf 30 in Wiederholung
heilte nach mehreren Monaten. (Ebenda)
Luftröhre bis Athem:
- Husten von Stechen im Larynx
- Gefühl als ob Brust und Herz zusammengeschnürt
wäre
- Stechen in der rechten Seite der Brust
- Herzklopfen mit Uebelkeit nach der Mahlzeit
Glieder:
- Die Arme schlafen leicht ein
- Grosse Blasen in den Handflächen und auf den Sohlen
- Panaritium, blauschwarze Anschwellung um den Daumennagel,
nachher Eiterung
- Nach einer leichten Quetschung des kleinen Fingers reissender
Schmerz, Röthe der Lymphgefässe bis in die
Achselhöhle und schmerzhafte Drüsenanschwellung daselbst
- Krämpfe in den Beinen, aus dem Schlafe weckend
- Grosse Schwäche in den Beinen
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Quelle:
EDWIN M. HALE´S NEUE AMERIKANISCHE HEILMITTEL; LEIPZIG, 1873