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Hale-Index- Carbolicum acidum
Diese Arznei erscheint in Hale´s Arzneimittellehre als erstes
Mittel und weicht in der Systematik seiner Darstellung auch von den
anderen Arzneien ab. die Erklärungen dazu finden Sie im Text.
Carbolicum acidum
Ein großes Polychrest.
Uebersetzung einer Zusammenstellung der Sympt. aus
dem Americ. Journ. of Homoeop. Mater. Medic. 6. 329, mit wesentlichen
Zusätzen aus der homoeop. Literatur und eignen Erfahrung.
Die Carbolsäure wird zum Polychrest besonders durch folgende
3 Hauptwirkungen:
1.) Durch ihre, die Eiterbildung verhindernde Eigenschaft. Da
durch diese die Eiterbildung geradezu unmöglich gemacht wird, so
wird in Folge dessen der Verlauf vieler Krankheiten ganz wesentlich
verändert und verbessert und die Heilung ausserordentlich
beschleunigt. Nothwendiger Weise ist auch die Narbenbildung sehr
befriedigend.
2.) Indem sie die Enden der Empfindungsnerven lähmt,
wodurch alle schmerzhaften Empfindungen der Haut wie Brennen,
Jucken u. s. f. in wenigen Minuten beseitigt werden.
3.) Indem sie alle thierischen und pflanzlichen Parasiten
tödtet und alle Miasmen und ansteckenden Krankheitsstoffe
zerstört, also die Weiterverbreitung vieler Krankheiten
verhindert.
Wir wollen nun die hier einschlagenden Krankheiten erwähnen
und zwar in zwei Gruppen eintheilen:
1.) Solche, in welchen die Carbolsäure als wirkliches
Heilmittel gebraucht wird;
2.) Solche, in welchen sie mehr Palliativmittel, also in manchen
Fällen von zweifelhaftem Werthe ist, folglich mit Vorsicht
gebraucht werden sollte.
Zur ersten Gruppe gehören:
- Frische Wunden (bes. Zerreissungen und offene
Quetschwunden) und Amputationswunden. Hier werden häufig
erneuerte Umschläge von 1 Theil Carbolsäurekrystallen in
100 Theilen Wasser gemacht.
- Verbrennungen und Verbrühungen: Man trägt nach
Entfernung der Brandblasen und todten Haut eine Auflösung von
1 Th. der Krystalle in etwa 25 Thl. Tafelöl so oft auf, als
das Brennen wiederkehrt (alle 2-4 Std.).
- Blattern. Man öffnet möglichst viel Blatten auf und
gibt die 1.-3. Verdünnung auch innerlich.
- Scharlach. (Hierzu Fußnote 1 am Ende des
Textes) Aeusserlich täglich mehrere Waschungen mit
einer Auflösung von Carbolsäurekrystallen in Wasser
(1:100) und innerlich eine niedere Verdünnung.
- Diphtheritis. Eine schwache, wässrige
Auflösung der Säure äusserlich als Gurgelwasser,
innerlich eine niedere Verdünnung.
- Krebs. Nach der Operation innerlich eine niedere
Verdünnung zur Tilgung der Dyskrasie (Fußnote 2)
Frische Fälle von Scabies. Täglich 2-3 maliges
Waschen mit einer Lösung von 1 Thl. Carbolsäure in
50-100 Thln. Wasser (je nach dem Alter und der Haut des
Kranken) tödtet alle Krätzmilben in 2-4 Tagen.
- Frische Fälle von Favus, Herpes tonsurans, Porrigo
decalvans, Pityriasis versicolor, Plica polonica, Kopf- und
Filzläuse. Anwendung der Carbolsäure ähnlich
wie bei Scabies.
Zur zweiten Gruppe gehören:
Geschwüre aller Art, Abscesse, Prurigo, Pruritus,
Ophthalm. Neonat., tripperartige Augenentzündungen
Bezüglich der äussern Anwendung der
Carbolsäure müssen wir darauf aufmerksam machen,
dass manche Leute sie nicht vertragen können, sondern
besonders Kopfschmerz und Schwindel bekommen. Doch wer
verwirft die äussere Anwendung der Arn., trotzdem dass
sie bei manchen eine rothlaufartige Entzündung erzeugt?
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Da in allen obigen Krankheiten die äussere Anwendung
der Säure zur Hauptsache der Behandlung wird, so wurde
das Vorstehende dem Symptomenverzeichniss vorausgeschickt.
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Symptomenverzeichniss
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Anmerkung.
Symptome an mehr als einem Prüfer beobachtet sind
gesperrt, an mehr als zweien kursiv, an mehr als
dreien fett gedruckt. Geheilte Symptome sind in
Blockbuchstaben fett gedruckt.
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ALLGEMEINES:
- Grosse Müdigkeit; ausserordentliche
Erschöpfung; fühlt sich erschlafft, muss sich nach
einem leichten Tagewerke hinlegen, um auszuruhen: sehr müde
abends und sehr mürrisch; kann nicht grade gehen;
kann nicht Treppen steigen oder bergauf gehen ohne grosse
Erschöpfung. Schwächegefühl von den
Oberschenkeln aus über den ganzen Körper mit brennendem,
geschwürigem Schmerz im Magen und der Speiseröhre mit
Uebelkeit.
- Gefühl, als ob er sich erkältet hätte;
allgemeine Schmerzhaftigkeit wie nach heftiger Erkältung,
schlimmer in Brust, Leib und Rücken; die am meisten
gebrauchten Muskeln sind wund und steif; fühlt sich krank,
den ganzen Tag,
- Besonders von Brennen im Magen, mit Gefühl von Wundheit
bei Berührung.
- Die Schmerzen scheinen erst die rechte Seite zu afficiren,
dann die entsprechenden Theile links. Obgleich die Schmerzen oft
sehr heftig waren, so waren sie doch nie ganz unerträglich,
sie traten meistens auf der linken Seite auf, kamen und
verschwanden sehr schnell und dauerten im Allgemeinen nur kurze
Zeit; sie afficirten meistens die Muskeln und Gelenke, aber nicht
die Knochen. Alle Symptome gehen vom Kopf nach unten. Die Symptome
verschwanden während des Abends. Besser Nachmittags,
während mein erhitzter Kopf dem Winde ausgesetzt war, aber
bei Rückkehr in die Stube sogleich Schwindel. Schwindel
besser beim schnellen Gehen im Freien, schlimmer im Sitzen.
Besserung im Freien, aber Fahren schläfert ihn ein und Gehen
ist eine Anstrengung. Besserung nach Genuss von grünem Thee.
Er hat Verlangen eine Cigarrre zu rauchen und denkt, dass sei
Erleichterung geben wird.
- Zittern, theilweise convulsivische Bewegungen. Convulsionen.
Der Kopf zurückgezogen.
- Nach längerem Waschen der Hände mit verdünnter
Carbolsäure (1:50 oder 1:60) fühlten die
Hände und Unterarme mehrere Tage lang wie taub, lähmig,
steif und eingeschlafen.
- Rhachitis.
- Caries, Nekrosis.
- Krebs
- Osteosarcom.
- Kurze Zeit vor dem Tode der Körper sehr geschwollen.
Haut und Aeusseres:
- Jucken an verschiedenen Körperstellen: an der Kopfhaut,
dem Gesichte, der Nase, der rechten Backe, dem Bauche, den
Geschlechtstheilen, dem Hodensacke, dem Nacken, dem Hintern, der
linken Schulter, dem linken Ellenbogen, den Armen , dem rechten
Zeigefinger, dem rechten Oberschenkel, der Aussenseite des
Oberschenkels, der Innenseite des linken Kiees, dem Schienbein,
der Wade, den Fussgelenken. Beissen auf der Haut. Jucken, durch
Kratzen gebessert, aber bald wiederkehrend.
- Geringer Ausbruch eines bläschenartigen Ausschlags
über den ganzen Körpers. An der Nase ein kleines
Bläschen, welches sich am nächsten Tage in eine Pustel
verwandelte. Bläschenausschlag über den ganzen
Körper und an den Händen mit heftigem Jucken, besser
nach Reiben, aber einen brennenden Schmerz hinterlassend; weder
Ars., Rhus noch Sulph. half; verschwand nach 18 Tagen ohne
Behandlung. Deutlich ausgesprochene Varioloidenpusteln 2 Tage nach
dem Einnehmen der Arznei.
- Erysipelas.
- Erscheinungen bei äusserer Prüfung an der Hand:
Sogleich Verlust des Gefühls in der Haut, welche weiss und
runzlig wird, als wenn sie längere Zeit in heisses Wasser
getaucht gewesen wäre. In wenigen Tagen wurde die Haut
trocken und die Enden der Finger glatt und glänzend; am 2.
oder 3. Tage wurde die Haut roth und empfindlich gegen
Berührung. Abends und vor dem Feuer Brennen, Prickeln
und scherzhaftes Beissen an den Händen; nachher sprang
die Haut auf und es bildeten sich tiefe Fissuren, welche sehr
schmerzten, besonders beim Waschen. Am 8. Tage begann die Heilung,
welche von angenehmen Jucken begleitet war. Von dieser Zeit an
zeigte die Epidermis Zeichen von Trockenheit; die Oberfläche
wurde sehr rauh, und es folgte Abschälung, welche über
14 Tage anhielt. Die Hände, welche in natürlichem
Zustande feucht sind, wenn sie warm sind, waren völlig
trocken, sogar in den Handflächen, und wurden erst wieder
feucht, als die Abschälung eintrat. Der Prüfer hat nie
aufgesprungene Hände gehabt und die Prüfung fand bei
warmen, feuchtem Wetter statt.
- Eine andere äussere Prüfung: die Haut wurde gleich
nach der Application der Säure weiss, wie wenn sie durch ein
heisses Eisen flüchtig berührt worden wäre, und
gefühllos; nach einigen Zagen schälte sich die todte
Haut ab und die junge Haut darunter war sehr roth und empfindlich,
ausserdem hier und da tiefe, schmerzhafte Risse.
- Stinkender Geruch der Hautoberfläche, so dass es
für jedem im Zimmer unangenehm ist.
- Alle Arten frischer Wunden.
- Brandige Wunden.
- Chronische Geschwüre.
- Krebsartige Geschwüre.
- Unreine Geschwüre bei Lepra.
- Carbunculi.
- Verbrennungen und Verbrühungen.
- Scharlach.
- Pustulöse Ausschläge.
- Blattern.
- Acne.
- Eczem.
- Impetigo.
- Prurigo.
- Abscesse.
- Psoriasis inveterata.
- Lepra.
- Scabies.
- Favus.
- Herpes tonsurans.
- Porrige decalvans.
- Pityriasis versicolor.
- Plica polonica.
- Kopf- und Filzläuse.
Schlaf:
- Beständiges Gähnen. Beständiges
Verlangen zu gähnen. Müde und schläfrig.
Schläfrigkeit mit Verlangen sich zu strecken. Fühlte
sich den ganzen Nachmittag schläfrig, aber konnte in keinen
tiefen Schlaf fallen. Immer schwerfällig und schläfrig,
der Schlaf aber traumvoll und nicht erfrischend.
- Kann nicht einschlafen. Die ganze Nacht unruhiger Schlaf mit
geschäftigen Träumen. Unerfrischender Schlaf.
- Häufiges Aufwachen während der Nacht. Wacht in der
Mitte der Nacht auf in Schweiss gebadet. Wacht erschreckt auf,
gelähmt durch Furcht. Wurde durch ungewöhnlich starken
Geschlechtstrieb aufgeweckt. Schlief gut, aber musste
ohngefähr um 5 Uhr aufstehen, um zu harnen (sehr
ungewöhnlich)
- So lebhafte Träume von Feuer, dass er aufwachte.
Träumt von Reisen. Sehr viele Träume, darunter
einige verliebter Natur, auf andere kann er sich nicht
besinnen. Regelmässig jede Nacht geile Träume mit
schwächenden Samenergiessungen. Träume von grosser
Geistesttätigkeit.
- Tiefer Schlaf; beim Aufwachen allgemeine Schmerzhaftigkeit,
besonders im Rücken, der Brust, den Armen und Beinen
(glutaeen).
- Tiefer erfrischender Schlaf;
- Wacht zeitiger als gewöhnlich auf. Beim Aufwachen
fühlt sich er besser als den Tag vorher. Beim Aufwachen der
Verstand klar. Beim Aufwachen dumpfer Kopfschmerz und Gefühl
von Hitze und Zusammenschnürung im Kopfe. Beim Aufwache
dumpfer Stirnkopfschmerz und Brennen im Halse.
Fieber:
- Die Haut kalt und klebrig. Die Haut kalt und feucht. In
einem heissen Zimmer ein vorübergehender Schauder vom Gesicht
nach unten. Schäfrig und frostig, obgleich in einem warmen
Zimmer. Frostschauder: sehr heftige im Freien; beim
Frühstück; Puls 78.
- Fliegende Hitze im Gesichte, nachher Schauer. Aufgeregt und
fieberhaft, Puls96. Grosse Hitze des Körpers. Wachte in der
Nacht auf mit Fieber, obgleich das Fenster offen und das Zimmer
ziemlich kalt war. Das Zimmer wie schwül und heiss. Kopf
heiss.
- Mit Schweiss bedeckt. Wachte in der Mitte der Nacht auf und
fand sich in Schweiss gebadet.
- Enterische, typhöse und miasmatische Fieber.
- Intermittirende Fieber mit Milzvergrösserung, wo
Chinin nichts half.
- Scharlachfieber (siehe die einzelnen Fälle oben in
der Fussnote.)
- Puls siehe bei Herz.
Gemüth:
- Beständig aufgeregt, wehklagt fortwährend und
stösst zuweilen eine durchdringenden Schrei aus. Traurigkeit
mit Neigung zu seufzen und gähnen. Bildet sich ein, schlimmer
krank zu sein, als sie wirklich ist. Beim Zubettegehen Furcht vor
einer herannahenden Krankheit. Hypochondrie. Melancholie.
- Erschreckt. Nervöses Zittern bei plötzlicher
Ansprache. Geneigtheit in einen zerstreuten, träumerischen
Zustand zu verfallen, abends sehr müde und mürrisch;
sehr reizbar; ärgerlich, verliert die Geduld leicht.
- Liebenswürdig; ungewöhnlich heiter.
- Widerwille gegen die Liebe Anderer.
Sensorium:
- Unaufgelegtheit zu geschäftlichen Pflichten. Abneigung
gegen geistige Arbeit und Anstrengung, selbst gegen Lesen; selbst
Corrigiren von Probebogen ist ermüdend; was er gethan hatte,
schien sehr wenig.
- That die Arbeit mechanisch, denn geistige Arbeit ist ausser
Frage. Beim Lesen kann er seine Aufmerksamkeit nicht so darauf
richten, dass er das Gelesene behält. Konnte seinen Verstand
auf nichts concentriren. Kann seine Gedanken blos mit Anstrengung
sammeln. Kann nicht scharf denken. Nicht in der Stimmung zu
denken, zu sprechen, denn er fühlt sich dumm im Kopfe, aber
ohne Kopfschmerz. Unvermögen zu studiren, da Lesen alle
Symptome, besonders den Druck im Hinterhaupte verschlimmert.
Abgespanntheit. Geistige und körperliche Trägheit, mag
sich nicht im geringsten anstrengen.
- Dumm, dummlich, verwirrt, schwerfällig,
stumpfsinnig; besser nach dem Frühstücke.
- Obgleich er irgend eine geistige Aufgabe ungewöhnlich
schnell löste und Verlangen nach geistiger Arbeit hatte, so
machte sie ihn doch sehr verwirrt im Kopfe und verursachte
Kopfschmerz.
- Obgleich Lesen die Kopfsymptome verschlimmerte und den
Prüfer angreift, so war doch sein Geist sehr aufgeweckt.
Geist klar und thätig. Körperlich und geistig
aufgeweckt.
- Gedächtnissverlust.
- Unbesinnlichkeit, er erkennt Niemanden. Das Kind lag in den
Armen des Vaters unempfindlich gegen alle äusserten
Gegenstände, erholte sich aber nach kurzer Zeit. Die Kranke
fiel von ihrem Sitze auf den Boden.
- Coma; Neigung zu Coma.
- Delirien.
- Während er einen Kranken chloroformirte, musste er in die
frische Luft eilen um nicht ohnmächtig zu werden; das
Chloroform schien ihn mehr als den Kranken zu afficiren.
- Sein Kopf schwimmt und er fühlt, als ob er wie ein
Betrunkner taumelte, Schwindel, grosser: bei der
geringsten Bewegung: mit Zittern; Schwindel,
beständiger; durch Schliessen der Augen nicht
gebessert; besser beim Schnellgehen im Freien, im Sitzen aber so
heftig, dass er sich anhalten musste; der Schwindel kommt wieder
beim Eintritt ins Zimmer.
- Meningitis.
- Hydrocephaloid.
Kopfschmerzen:
- Dumpfer Schmerz in der Stirn: brennender; links.
Geringe Hitze in der Stirn, bes. links. Stirn fühlt sich
heiss und Druck mit der alten Hand gibt vorübergehend etwas
Erleichterung. Vollheit und Druck in der Stirn, nachher heftiger
Kopfschmerz. Dumpfer Schmerz von der Stirn bis in das Hinterhaupt.
Gefühl von einem Bande um die Stirn. Es fühlt
sich zu eng quer über die Stirn, gerade oberhalb der
Stirnhöhlen. Beim Aufwachen dumpfer Kopfschmerz und
Gefühl von Hitze und Zusammenschnürung im Kopfe;
nachher, vor dem Aufstehen, heftiger, durchdringender Schmerz in
der linken Supraorbitalgegend, auf einer kleinen Stelle; er
dauerte blos 5 oder 10 Min. und hörte beim Aufstehen auf, die
Stelle blieb aber länger als einen Tag druckempfindlich.
- Zeitweilig Schmerzen in der Stirn, rechten oder linken
Schläfe.
- Dumpfer Stirnkopfschmerz: mit Frösteln; mit
allgemeiner Abspannung: über der Nasenwurzel; etwas besser im
Freien; in der Mitte der Stirn.
- Stirnkopfschmerz und Druck auf der Brust, erst links, dann
rechts
- Abends geringer Kopfschmerz und heftiger Brennscherz im Gehirn
über den Augenbrauen.
- Schmerz über dem rechten Auge, besser im
Freien.
- Der Schmerz ist fast stets über dem rechten Auge, das
er dann kaum offen halten kann.
- Schmerz über dem rechten Auge
- Brennender Schmerz im Scheitel.
- Im Scheitel Gefühl als ob das Gehirn herumschwapperte,
und zuweilen beim Bücken ein Gefühl von Kälte auf
dieser Stelle ähnlich dem kalten Gefühle bei der
Berührung eines Zahnnerven, danach stets klebriger Schweiss.
- Früh heftiger Schmerz in der obern Hälfte des
Kopfes.
- Im Scheitel Gefühl wie von feinen elektrischen Funken;
dies verwandelte sich in prickelndes Jucken mit Verlangen zu
kratzen, was erleichterte.
- Der Schmerz erstreckt sich bis in die Schläfe mit
Gefühl von Wundheit des Augapfels.
- Längere Zeit fortgesetztes Lesen verschlimmert den Druck
in den Schläfen ausserordentlich, und im ganzen Kopfe war
dann ein ähnliches Gefühl, wie in einem eingeschlafenen
Gliede.
- Brennender Schmerz in der rechten Schläfe und dem
Scheitel. Dumpfer Schmerz in der rechten Seite und Schläfe.
Dumpfer Schmerz mit Schweregefühl in der linken Schläfe
den Tag über. Dumpfer Schmerz mit Schweregefühl in den
Schläfen mit dem Gefühl eines eng anliegenden Bandes
quer über die Stirn und besonders in der Gegend der
Nasenwurzel. Geringer Schmerz in der linken Schläfe.
Gefühl von Zusammenziehen wie von einem Bande von einer
Schläfe bis zur andern, nachher dumpfer Kopfscherz mit
Schweregefühl, sehr verschlimmert durch einen Gang im Freien.
- Druck in der linken Schläfe, scheinbar an der
Oberfläche des Gehirns. Zuckende Schmerzen durch die
Schläfe. Linksseitige neuralgische Schmerzen in den
Schläfen.
- Dumpfer Schmerz im Hinterhaupt und auf der rechten Seite.
- Das Hinterhaupt fühlt wund. Druck im Hinterhaupte.
Dumpfer, drückender Schmerz im Hinterhaupte.
- Schwindel: bald nachher beständiger dumpfer Druck und
Schmerz im Hinterkopfe und den Nackenmuskeln, besonders dicht
hinter den Ohren, schlimmer nach Lesen.
- Klopfender, mässiger Schmerz in der rechten Seite des
Kopfes. Neuralgische Schmerzen in der linken Seite. Heftige
schiessende Schmerzen abwechselnd auf der einen oder andern Seite
und das Auge der schmerzhaften Seite so sehr afficirend; dass es
mit Mühe offen gehalten werden konnte.
- Dumpfer Schmerz im ganzen Kopfe. Den ganzen Tag bis spät
in die Nacht Gefühl von Hitze und Zusammenschnürung,
zuweilen bis zum Schmerz sich steigernd, besser bei äusserem
Drucke mit der Hand. Eine halbe Stunde nach dem Aufstehen dumpfer
Schmerz mit Gefühl von Einschnürung.
- Der Kopf fühlt, als ob ein Band darum wäre, welches
zuweilen zusammen geschnürt würde, als ob es den Kopf
zudrücken sollte, besonders in den Schläfen..
- Der Kopf schien anzuschwellen und fühlte so heiss, dass
er glaubte, Hitze strahle davon aus wie von einem Ofen.
Blutandrang nach dem Kopfe, Gesicht roth.
- Congestiver Kopfschmerz. Dumpfer Schmerz und unangenehmes
Vollheitsgefühl im ganzen Kopfe; mit
Schläfrigkeit. Der Kopf fühlt schwer, beim
vorwärts Biegen.
- Gefühl von Wundheit nach dem Kopfschmerz. Der Kopf
fühlt wund, wenn er ihn bewegt. Das Gehirn fühlt wie
zusammengepresst und schmerzhaft. Gefühl als ob das Gehirn
von einer engen Bandage zusammen gepresst würde.
- Gefühl als ob der Kopf aus einander gehen sollte, mit
Schwimmen vor den Augen; ist kaum fähig zu schreiben. Fast
die ganze Nacht heftiger Kopfschmerz. Kopfschmerz den ganzen Tag
über bis er Abends einschlief. Kopfschmerz mit Uebelkeit,
durch eine Tasse grünen Thee gebessert. Kopfschmerz
zuweilen mit Uebelkeit. Kopfschmerz bis Mittag schlimmer
werdend. Schmerz im ganzen Kopfe, verschlimmert durch das
geringste Geräusch oder Gehen, mit Verlangen nach einer
Bandage um den Kopf.
- Periodische Anfälle von Migräne wenigstens ein
Mal monatlich und gewöhnlich vor oder nach den Menses.
- Bedingungen, Umstände: Aeusserer Druck bessert
anfänglich, beständiger Druck aber verschlimmert; wenn
aber letzterer für einen Augenblick beseitigt und dann wieder
angebracht wurde, so trat wieder Besserung für kurze Zeit
ein. Der Kopfschmerz verschwand beim Herumgehen, nach dem
Frühstücke, beim Rauchen, auf Thee, wurde verschlimmert
durch Lesen, durch vorwärts Biegen. Die Kopfschmerzen sind
schlimmer rechts als links. Alle Symptome gehen vom Kopf nach
unten.
Kopfbedeckungen:
- Jucken am behaarten Kopfe, erst rechts, dann links, als
wenn etwas gebissen hätte. Eine kleine Pustel links vom
Scheitel. Bei der geringsten Anstrengung ist der Kopf mit kaltem
Schweisse bedeckt. Kalter klebriger Schweiss am Kopfe.
Augen:
- Matte Augen. Brennender Schmerz im linken Auge; in beiden,
aber schlimmer links.
- Rechtes Auge wässrig. Beständiges Wässern des
linken Auges.
- Die Augen so scherzhaft, dass sie mit Mühe offen gehalten
werden können.
- Sehr heftige Orbitalneuralgie über dem rechten Auge; ein
beständiger dunkler Fleck vor dem linken Auge.
- Neuralgie des rechten Auges, fast 2 Wochen lang.
- Die Augen lichtempfindlich. Verlangen nach Verdunklung des
Zimmers, da Licht Schmerz in den Augen verursacht.
- Beständige Neigung den Kopf und die Augen mit den
Händen zu reiben. Abwechselnde Verengerung und Erweiterung
der Pupillen. Die Pupillen zusammen gezogen und unempfindlich
gegen Licht.
- Schwimmen vor den Augen. Die Gegenstände scheinen sich
vor den Augen zu bewegen; als ob sie sich vorwärts oder
rückwärts bewegten.
- Kann nicht über die Stube sehen. Beim Schreiben scheinen
die Buchstaben zusammen zu laufen, so dass er nur mit
Schwierigkeit lesen kann. Lesen ist unmöglich, da die
Buchstaben undeutlich sind und ineinander laufen.
- Cysticercus oculi (örtlich).
- Livides Aussehen der Augenlider, Lippen und Ohren.
Ohren:
- Zu allen Zeiten beständiges Ohrensausen, ohne jedoch das
Hören zu hindern.
- Pressender Schmerz im linken Ohre.
- Der Schmerz im Ohre kehrt zeitweilig wieder. Klopfender
Schmerz mit Ohrensausen in beiden Ohren. Jucken das rechten Ohres.
Nase:
- Jucken im rechten Nasenloche mit Niesen. Rechtes Nasenloch
verstopft; beide verstopft. Die Nase verstopft mit Gefühl von
Vollheit und Druck in der Stirn. Gefühl von Vollheit in der
Nase zwischen den Augen. Beissen im linken Nasenloche mit
beständigem Wässern des linken Auges und wässrigem
Ausfluss aus der Nase. Im Freien wässriger Ausfluss aus
beiden Nasenlöchern, im warmen Zimmer aufhörend und in
einem kalten wieder anfangend. Ausräuspern von vielem,
weissen Schleim aus dem Pharynx und der hintern Nasenöffnung.
- Nasenkatarrh. Ozaena.
- Trockenheit der hintern Nasenöffnung.
- Ausschnauben von blutigem Schleime, von hellrothem Blute.
- Der Geruch entschieden
schärfer.
- Gefühl von feinen elektrischen Funken im linken
Nasenflügel.
- Es bildete sich auf der Nase ein Bläschen, welches sich
in 24 Stunden in eine Pustel verwandelte; Eiter wurde 3 Morgen
hinter einander herausgepresst, ehe sie heilte.
Angesicht:
- Jucken im Gesichte, auf der rechten Wange. Heftiger Schmerz in
der Mitte der Wange, wie nach einem Moskitobiss. Geringer Ausbruch
von Pusteln auf der rechten Gesichtsseite.
- Röthe und Brennen im Gesicht. Geringe Hitze des Gesichtes
und der Stirn, besonders links. Gesicht blass und angstvoll.
Gesicht blass und in Schweiss gebadet. Gesichtsfarbe blass und
fahl. Ziehender Schmerz im rechten Kiefer. Zucken in den Wangen
und Schläfen.
Mund:
- Fauliger Ausfluss aus Mund, Ohren, After und Scheide.
- Mund und Hals voll von dickem, zähem Schleime.
Uebermässige Schleimabsonderung, musste immerfort ausspucken
und der Speichel war blauweiss und schaumig. Schaum vor dem Munde.
Brennen an den Lippe, im Halse und der Speiseröhre, mit
Hitze, welche vom Magen heraufkam. Wundheit und Schwellung der
Innenseite der Wangen; die Wangen sind den Zähnen beim
Beissen im Wege (am 3. Tag). Die Innenseite des Mundes sehr weiss.
Die Lippen und Fingerspitzen etwas livid. Stomatits, Aphthae.
Gefühl von Brennen, Beissen und Prickeln, wie von tausend
Nadeln, auf der Zunge, besonders an deren Spitze. Die Zunge
zittert und sieht wie rohes Fleisch aus. Die Zunge und Lippen
trocken, aufgesprungen, glänzend, glatt, dick gelb
belegt.
- Unvermögen die Zunge herauszustrecken. Schmerz in den
rechten Oberzähnen. Zahnschmerz. Zähneknirschen.
Sordes.
Hals:
- Halsweh: schlimmer rechts; Abends; mit etwas
Heiserkeit, wie nach Erkältung; blos beim Schlingen oder bei
Druck auf den oberen Theil des Larynx; beim Leerschlingen.
- Heftiges Stechen im Halse. Der Schmerz im Halse kommt alle
Augenblicke und ist heftig und prickelnd. Prickelndes Brennen im
Halse, als ob sie etwas Reizendes gegessen hätte.
- Vollheitsgefühl im Halse mit beständigem
Verlangen zu schlingen. Diphtherits und faulige
Halsentzündung. Schmerz im Halse bis in die Ohren,
schlimmer beim Schlingen; Verlangen zu schlingen; Pharynx
angeschwollen und dunkelroth.
- Gefühl von Erstickung mit Neigung Schleim
auszuräuspern. Viel Schleim im Pharynx. Trockenheit des
Pharynx und der hinteren Nasenöffnung.
Ausräuspern klaren weissen Schleimes aus
dem Pharynx und der hintern Nasenöffnung; im Freien.
- Halsweh besser beim Rauchen nach dem Abendessen.
- Spasmodische Zusammenziehung der Speiseröhre, welche den
Kranken am Schlingen hindert und viel Schwierigkeit beim
Einführen der Röhre der Magenpumpe verursacht.
Spasmodische und schmerzhafte Zusammenziehung der Speiseröhre
gerade hinter dem Larynx, beim Trinken von Eiswasser.
Ohngefähr in der Mitte der Speiseröhre Gefühl von
Zusammenschnürung.
- Schlingen schwierig und das Athmen behindert.
- Brennen in der Speiseröhre und dem Magen.
- Die Schleimhaut der Speiseröhre trocken, eingeschrumpft
und braun.
Appetit und Geschmack:
- Schlechter, stechender, metallischer Geschmack.
Beständiges Verlangen Wasser zu trinken, was jedoch wieder
ausgebrochen wurde. Ausserordentlicher Durst.
- Verringerter Appetit; kein Appetit, zum Abendessen, zum
Mittagessen. Konnte gar nichts essen, obgleich sie eine Stunde
vorher Essen bestellte. Gefühl als ob er zu viel gegessen
hätte.
- Ungewöhnlicher Appetit für´s Abendessen. Mehr
Appetit früh. Das Frühstück schmeckt gut. Nahm ein
tüchtiges Mahl mit Erleichterung der Symptome, ausgenommen
des Kopfschmerzes.
Gastritische Zufälle:
- Gefühl als ob der Magen voll Wind wäre mit Verlangen
ihn aufzustossen.
- Beständiges Aufstossen grosser Quantitäten
von Wind. Der Wind im Magen ist sehr beschwerlich, besser nach
Aufstossen einer süsslichsauern Flüssigkeit.
- Aufstossen von geschmackloser Luft. Aufstossen nach einem
leichten Frühstücke. Das Aufstossen wird häufiger
beim Herumgehen. Saures Aufstossen und Bildung von Gas. Eine
schwere Last im Epigastrium wie von vielen Blähungen.
- Beständige Neigung durch Aufpressen der Hand auf den
Magen oder durch Aufstossen Erleichterung zu finden, doch ist es
erfolglos
- Aufstossen, welches nach Buttermilch und Kraut schmeckt.
- Beim Aufwachen belegte Zunge und Uebelkeit. Uebelkeit:
fast den ganzen Morgen; mit Gefühl von Erschöpfung; mit
Verlangen aufzustossen. Heftige Uebelkeit, ein wenig
gebessert durch Trinken von Wasser. Nach dem Abendessen war die
Uebelkeit besser, aber sie war sehr schläfrig. Nach dem
Abendessen kehrte die Uebelkeit wieder und wurde durch ein wenig
starken Wein verschlimmert. Uebelkeit mit Schauder und
Schütteln des Kopfes; er verzog das Gesicht, spuckte
häufig aus und zeigte andere Zeichen von Uebelkeit. Brennen
und Wundheit im Magen und der Speiseröhre mit Uebelkeit.
Während er Frühstück ass, fühlte er
häufig, als ob er aufstehen und sich erbrechen müsste.
Gastrische Reizbarkeit und Erbrechen, besonders während der
Schwangerschaft. Chronisches Erbrechen; Sarcina
ventriculi im Erbrochenen. Kann kaum irgend etwas im Magen
behalten und erbricht bald nach dem Essen.
Erbrechen der Schwangeren. Hysterisches Erbrechen,
seit 3 Jahren erbricht sie jede Mahlzeit bald nach dem Essen.
Mehrjährige Dyspepsie.
- Den Nachmittag nach dem Mittagessen lange anhaltendes
Schlucksen.
Magen:
- Unbeschreibliches, unangenehmes Gefühl im Magen.
Mässiger Schmerz im Magen. Entzündung des Magens und
Duodenum. Brennen: mit Uebelkeit; mit Wundheitsgefühl
im Magen und der Speiseröhre; mit Empfindlichkeit gegen Druck
im Magen; beständiges, wie von einer corrodirenden
Säure, doch ist Appetit und Verdauung gut, beständig
schlimmer werdend mit Hitze, welche die Speiseröhre
heraufsteigt. Grosse Hitze und Schmerz im Magen.
- Wundheit im Magen und Unterleibe.
- Unangenehmes Gefühl im Magen wie von Mangel an Verdauung.
Druck in der Herzgrube.
- Leerheits- und Schwächegefühl im Magen mit Vollheit
im Halse und beständigem Verlangen zu schlingen. Unangenehmes
Gefühl über den Magen und die Leber. Dyspepsie. Viel
Schmerz, der den Platz oft vom Magen nach den Seiten, besonders
der rechten, und der Brust wechselt.
Hypochondern:
- Wundheitsgefühl in den Hypochondern, schlimmer bei
Bewegung. Dumpfer, drückender Schmerz in den Hypochondern.
Schwer über dem rechten Hypochonder und längs des
Rückens. Unbehagliches Gefühl in der Lebergegend, wie
wenn Schmerz auftreten sollte. Dumpfer Schmerz in der rechten
Seite über der Lebergegend.
- Grosse Empfindlichkeit über dem Colon transversum.
Bauch:
- Schmerz in dem Bauche. Schmerz im untern Theile des Bauches.
Schmerz und Gefühl von Raffen im Magen und ganz unten im
Bauche. Schmerz ganz unten in der Darmbeingegend auf beiden
Seiten.
- Der Leib fühlt wund beim Gehen. Der Leib aufgebläht
und wund. Der Leib aufgebläht und voll Wind, 3 Std. nach der
Mahlzeit. Beständiges Gefühl von Ausdehnung im Leibe,
wie voll von Wind, doch wollt keiner abgehen. Blähsucht
und Verstopfung. Gefühl als ob Wind im Leibe
eingeschürt wäre. Kollern und Knurren im Leibe mit
Gefühl von Ausdehnung; als ob Durchfall eintreten sollte,
nach dem Gehen.
- Blähsucht alter Leute in Folge unvollkommener
Verdauung.
- Abgang stinkender Winde. Den ganzen Abend Abhang grosser
Massen Wind. Häufige Kolik.
- Das Rütteln beim Fahren afficirt die Unterleibsorgane
unangenehm, welche heiss und wund fühlen. Gefühl von
Vollheit mit Brennen an der Aussenseite des Leibes.
- Schwächegefühl über den ganzen Leib.
- Beim Sitzen ein krampfartiger Stich in der linken
Inguinalgegend.
- Unterleib in der Nabelgegend zurückgezogen und
eingesunken.
- Die Muskeln des Unterleibes fühlen wund.
Stuhl und After:
- Beständiges Verlangen zum Stuhle mit dem Gefühle,
als ob das Rectum sehr voll wäre, gleichwohl blos jeden
Morgen ein gewöhnlicher Stuhl.
- Stuhl etwas verstopft. Stuhl träge aber nicht verstopft.
Stuhl regelmässig täglich, aber ungenügend. Den
ganzen Tag Verlangen nach Stuhl, obgleich er früh eine
natürliche Entleerung gehabt hatte. Träger Stuhl mit
stinkendem Athem.
- Stuhl stets geruchlos, obgleich viel in Quantität.
- Ungewöhnlicher Weise 2 natürliche Stühle
täglich, während gewöhnlich ein Stuhl blos alle 2
Tage erfolgt.
- Verstopfung mit Tenesmus und Neigung zu
Hämorrhoiden.
- 3 wässrige Ausleerungen innerhalb einer kurzen Zeit,
dabei Schmerz und Uebelkeit.
- Blutige und schleimige Stühle wie Gedärmschabsel.
- Durchfall, von schädlichem Wasser.
- Abwechselnd Durchfall und Verstopfung
- Cholera
- Cholera infantum, reiswasserähnlich, sehr nach faulen
Eiern stinkende Stühle. Dysenterie. Tenesmus.
- Jucken am After und Gefühl als ob die Haut abgerieben
wäre. Fortwährend grosse Empfindlichkeit im Rectum.
- Hämorroiden. Aeussere und zuweilen innere blutende
Blutaderknoten.
- Fisteln.
- Würmer, besonders Madenwürmer.
Harnorgane:
- Harn vermehrt und stark riechend. Während der
Nacht häufigeres Harnen als gewöhnlich. Abgang vielen,
natürlich aussehenden Harnes. Reichlicher Abgang klaren,
farblosen Harnes. Ungeheure Massen Harnes, der einen schwachen,
eigenthümlichen Geruch hat. Häufiges Lassen von
grossen Massen zuckerhaltigen Harnes. Musste 3 mal jede Nacht
harnen, jedes Mal nicht weniger als _ Messkanne, was ihn sehr
schwächt. Häufiges Harnen.
- Häufiges Verlangen zu harnen mit Brennen in der
Harnröhre und einem dumpfen, beständigen Scherz im
Schambogen.
- Pressen beim Harnen und nachher unangenehmes Gefühl 2
Std. lang.
- Harn verringert, aber dunkler.
- Harn riecht nach Carbolsäure.
- Grünlicher Harn.
- Grüner Harn nach Scharlach.
- Schwarzer Harn.
- Beim Harnen ein unwillkürlicher Abgang von Schleim aus
dem After.
Männliche Theile:
- Während der ganzen Prüfung, den Tag über, die
Geschlechtstheile in einem erschlafften, schwachen Zustande, aber
jede Nacht regelmässig geile Träume mit
schwächenden Samenergiessungen. Geschlechtstrieb recht sehr
vermindert, 13 Tage lang kein Geschlechtstrieb wird durch
ungewöhnlich starken Geschlechtstrieb aufgeweckt.
- Prickelnde Schmerzen durch die Eichel und Harnföhre.
- Heftiges Brennen und Jucken an der Geschlechtstheilen.
- Gonorrhoea (als Injection.)
Weibliche Theile:
- Menses 2 Tage später als gewöhnlich. Menses viel
profuser und dunkler als gewöhnlich, nachher 12 Stunden lang
Kopfschmerz und grosse nervöse Reizbarkeit.
Unregelmässige Menses und, wenn sie kommen, sehr stark und
viele Tage anhaltend, dabei sehr gedrückte Stimmung.
Menorrhagie.
- Klimakterische Beschwerden.
- Puerperalfieber: abwechselnd heftiges Fieber und häufige,
kurzdauernde Frostanfälle, nachher profuser Schweiss mit
Unruhe; Puls 160, Durst, Hunger; vermehrte Empfindlichkeit
über dem Uterus und in der Fossa Iliaca (ilio-pectinaea);
unwillkührliche, ausserordentlich stinkende dünne
Stühle; unterdrückte Lochien.
- Reichlicher Abgang stinkenden, grünlichen, scharfen
Eiters.
- Katarrh des Uterus. Leukorrhoea.
- Ulceration des Uterus
- Ulceration des Uterushalses nach Aetzmitteln;
beständiger, dunkelgrüner, wundmachender Ausfluss, stets
schlimmer nach den Menses, welche sehr profus waren, fast in
Metorrhagie ausarteten und 6-8 Tage dauerten (örtlich).
- Schmerz in der Gegend des linken Ovarum beim Gehen im Freien,
bald vorübergehend.
- Ziehende Schmerzen in den Lenden und durch das Becken.
Pruritus vaginae.
Luftröhre und Husten:
- Kurzer, trockner Husten mit Kitzel im Halse. Geständige
Neigung zu husten. Bei äusserem Drucke die linke Seit des
Larynx sehr schmerzhaft. Der Reiz im Halse erregt einen kurzen,
trocknen Husten.
- Kitzel und Reiz im oberen Theile der Trachea und in den
Fauces.
- Zeitweilig kurzer, trockener Husten.
- Auswerfen grosser Massen dicken, weisslichen Schleimes.
- Lästiger Husten mit schlechtem, zähem Auswurfe.
- Hustet, um die Bronchien vom Schleime zu befreien, doch wirft
er wenig aus.
- Katarrhalischer Croup.
- Keuchhusten, mit Gesichtsröthe, Wässern der Augen
und Stirnkopfschmerz.
Brust und Athem:
- Neigung tief zu athmen.
- Stertoröses Atmmen.
- Das Athmen sehr behindert.
- Athmen unregelmässig, zuweilen aussetzend.
- Athmen ungleichmässig und unregelmässig.
- Athemnoth und unregelmässiges Athmen mit Herzklopfen,
besonders Nachts.
- Der Kranke gähnte häufig und machte tiefe
Einathmungen.
- Gefühl als ob die Brust zusammengedrückt wurde oder
als ob eine Last darauf wäre, mit Verlangen nach Befreiung
davon. Druck auf der Brust, besonders in der Mitte, welcher
grosse Anstrengung erfordert tief einzuathmen
- Beim Gehen im Freien Gefühl von Leichtigkeit in den
Lungen; ebenso in der Nase.
- Geringer Schmerz in der rechten Lunge.
- Dumpfer Schmerz durch den obern Theil der Lunge.
- Vorübergehender, dumpfer Schmerz unter dem linken
Schlüsselbeine.
- Dumpfer Druck unter dem Sternum in der Gegend der 6. Rippe.
- Dumpfer Schmerz in der ganzen linken Seite der Brust und des
Bauches, bis herum in die Schulterblätter.
- Gefühl von feinen elektrischen Funken am Brustende des
rechten Schlüsselbeines; später am Mittelfinger der
linken Hand; nachher am Scheitel; dies geht langsam in prickelndes
Jucken über, mit Verlangen zu reiben, was erleichtert.
- Phthisis und chronische Bronchitis.
- Stiche in der Gegend des Herzens.
- Puls schnell; ***schwach; aussetzend; langsam; klein.
- Puls 120 und sehr schwach; schnell und aussetzend.
- Puls unregelmässig.
- ***Puls sehr aussetzend und so schwach, dass er nicht
gezählt werden konnte.
- ***Puls schwach und flackernd, und das Athmen sehr
schwierig.
- Organische Herzklappenkrnkheit in Folge eines
entzündlichen Rheumatismus vor 8 Jahren.
- Erschreckendes Herzklopfen, besonders Nachts, mit grosser
Athemnoth.
- Zu allen Zeiten sehr starkes und deutliches
Blasebalggeräusch, besonders oberhalb der Mitralklappe.
- Muss wegen Herzkrankheit sehr langsam gehen.
- Herzkrankheit stets schlimmer Nachts und nach dem
geringsten Diätfehler.
Nacken, Rücken und Kreuz:
- Dumpfer Druck und Schmerz im Hinterhaupte und in den
Nackenmuskeln, besonders dicht hinter den Ohren.
- Eine der schmerzhaftesten und am längsten anhaltenden
Empfindungen war ein sehr ausgeprägtes Gefühl von
Schwere im Nacken, über dem 7. Halswirbel, mit
Empfindlichkeit gegen Berührung.
- Jucken am Rücken; im Nacken.
- Jucken zwischen den Schulterblättern.
- Gefühl von Lähmigkeit im Nacken und den Schultern.
- Der Hals fühlt lähmig und steif beim Bewegen des
Kopfes.
- Schmerzhaftigkeit der Nackenmuskeln.
- Ziehen in den Nackenmuskeln, rechts, (im Splenius capitis).
- Beim schnellen Gehen nach Tische Zucken in der linken Carotis
communis.
- Zucken in der linken Carotis externa.
- Schmerzhaftigkeit der Rücken- und Gliedermuskeln.
- Allgemeine Schmerzhaftigkeit, schlimmer im Rücken, Bauche
und der Brust.
- Verkrümmung der Wirbelsäule.
- Schmerz im Rücken, quer über den 5., 6. Und 7.
Rückenwirbel.
- Schmerz über das Kreuz und in den Untergliedern.
- Sehr heftiger Schmerz im Kreuze, etwas erleichtert durch
äusseren Druck daselbst mit der Hand.
- Dumpfer Schmerz vom Rückgrate hinab in den hintern
Muskeln des Oberschenkels.
- Pressender, bohrender Schmerz im Kreuze.
- Der Kreuzschmerz wird schlimmer; es schmerzt, sich gerade zu
strecken; die Schmerzen werden schlimmer beim Fahren in Folge der
Erschütterung.
- Ermüdungsschmerz in der Nierengegend.
- Heftiger Schmerz in der Lumbo-sacralgegend, mehr oder
weniger heftig den letzten Theil der Nacht, seit
2 Jahren.
Oberglieder:
- Jucken in der linken Schulter, linken Ellenbogen, den Armen,
dem rechten Zeigefinger.
- Ziehender Schmerz im linken Arme von der Schulter bis in den
Ellenbogen (vorübergehend).
- Rheumatischer Schmerz im rechten Schultergelenke, den ganzen
Tag, abends plötzlich vergehend.
- Lähmigkeit und Schmerzhaftigkeit der rechten Schulter
beim Gehen.
- Schmerz in der rechten Schulter beim vorwärts Beugen.
- Beständiges Gefühl von Ermüdung und Schwere im
linken Arme.
- Schmerzhaftigkeit der Muskeln des rechten Armes.
- Schmerz im linken Arme und rechten Handgelenke.
- Schmerz im linken Vorderarme.
- Kriechen, Schauder und Ueberlaufen der Gänsehaut im
linken Vorderarme, nach aufwärts.
- Heftiger, aber vorübergehender Schmerz im rechten
Schultergelenk.
- Schmerz im linken Schultergelenk. Hände und Unterarme
mehrere Tage lang wie taub, lähmig, steif und eingeschlagen.
Zusammenziehender Schmerz in der rechten Handfläche.
- Taubheitsgefühl der Haut der rechten Hand.
- Eigenthümliches Gefühl von Steifigkeit und Unbehagen
in der ganzen Hand bis Abends.
- Summen, Prickeln im kleinen Finger der rechten Hand, bald
nachher in der linken. Gefühl von feinen elektrischen Funken
im Mittelfinger der linken Hand.
- Schmerz im 2. Gelenk des Mittelfingers der rechten Hand.
- Zittern der Hände, kann nicht sicher schreiben. Kalte
Hände und Füsse.
- Livide Farbe der Fingerspitzen.
- Ein kleines Bläschen am Mittelfinger der linken Hand,
welches sich vergrösserte, bis es ein Geschwür wurde,
ähnlich einem Carbunkel; es trat so heftige Vereiterung ein,
dass eine Sonde fast durch den Finger geleitet werden konnte (nach
äusserlicher Anwendung.)
Unterglieder:
- Schmerz in den Untergliedern.
- Summen in den Untergliedern.
- Die Unterglieder fühlen sich so schwer wie Blei.
Zitternder, unsicherer und wankender Gang.
- Schnelle Ermüdung nach einem kurzen Gange.
- Gefühl, als ob mich eine Füsse nicht länger
tragen können, obgleich ich auf dem Rücken lag.
- Schmerz in beiden Hüften.
- Zeitweilig Schmerzen in den Hüften und Schultern.
- Vorübergehender Schmerz im rechten Hüftgelenk, bloss
beim Gehen, nicht im Sitzen.
- Allgemeine Schmerzhaftigkeit, besonders in den Beinen
(Glutaeen), Rücken, Brust und Armen.
- Vorübergehender Schmerz in den Muskeln des rechten
Oberschenkels.
- Ziehen im rechten Oberschenkel.
- Die Oberschenkel fühlen sich wie zerschlagen, der
Rücken schwach und wund, die Brust wie zusammengepresst.
- Beim Gehen Schmerz wie zerschlagen in der vordern Mitte des
rechten Oberschenkels, tief innen, wenige Minuten dauernd.
- 5-10 Minuten lang tief sitzender Schmerz in den innern Muskeln
des obern Drittels des linken Oberschenkels, so dass er fast lahm
geht.
- Gefühl unterhalb des Kniees, als ob es mit einem
Stücke Eis berührt würde.
- Schmerz an der Innenseite des linken Kniegelenkes, einige Zeit
anhaltend.
- Kurz dauernder geringer Schmerz unter der rechten Kniescheibe.
- Den ganzen Tag bis Nachmittag 4 Uhr Schmerzhaftigkeit unter
der linken Kniescheibe; es ist, als ob das Gelenk beim Bewegen
steif und wund sein wäre, ist aber im Gegentheile nicht so.
- Schmerz bis zur Mitte der Aussenseite des linken Schienbeines.
- Heftiger Schmerz im linken Schienbeine.
- Schmerz im rechten Fussgelenk und untern Theile des Leibes.
- Dumpfer Schmerz im rechten Fussgelenke und linken Knie, fast
den ganzen Morgen.
- Schmerz im linken äussern Malleolus.
- Heftiger Schmerz wie zerschlagen unter der linken Tendo
Achillis nahe am hintern Theile der Tibia, als ob der Theil mit
einer Keule geschlagen worden wäre; in wenigen Minuten
verschwand er für eine kurze Zeit, worauf er im 2. Gelenk des
linken Mittelfingers auftrat; dieser Schmerz dauerte blos momentan
und ging darauf wieder ins Bein.
- Schmerz in der grossen linken Zehe.
- Summen (Prickeln) in der linken grossen Zehe, nachher
Gefühl, als ob darauf gepresst würde.
- Schmerz in der rechten grossen Zehe, als ob darauf gepresst
würde.
- Drückender Schmerz in der linken grossen Zehe. Die
Füsse fühlen sich schwer.
- Heftiger, stechender Schmerz in den Hühneraugen.
- Die Füsse fühlen sich stets wie zerschlagen.
- Stinkender Schweiss der Füsse und Achselhöhlen.
Hände und Füsse kalt.
Fußnoten:
1. Aufgrund der folgenden Fälle empfiehlt J. Kitchen (Amer.
Journ. Of Hom. Mat. Ded. 6. 413) im Scharlach gleich vom Anfange an
Carbol. acid. 1. innerlich, und bei Hautjucken Waschungen mit
verdünnter Carbolsäure (1:100). (Warum nicht in allen
Fällen täglich solche Waschungen?) -, wodurch die Krankheit
coupirt werde. &endash;
Scharlach bei einem 10jährigen Mädchen, am 11ten Tag der
Krankheit:
Puls 140; unruhig; theilweise delirirend; weisser Ring um den
Mund, der übrige Theil des Gesichts kupferfarbig;; Augen blutig
unterlaufen; Lippen, Mund und Zunge schwarz; Sordes; geschwürige
Stellen an der Innenseite der Lippen und Backen. Athem
ausserordentlich stinkend. Beim Schlingen von Flüssigkeiten
Ausspritzen derselben aus Nase und Ohren, Haut trocken, heiss,
abschälend, Harn stark gefärbt und gering Abdomen etwas
tympanitisch. Alle Mittel erfolglos. Carb. Ac. 1., 1 Tr. 1-2 st.,
besserte sehr bedeutend in 12 Stunden.; in 3 Tagen das Kind ausser
Gefahr.
Heftiger Scharlach mit Diphtheritis:
Pharynx und Tonsillen mit zähem, gelbem Exsudat bedeckt; der
Hals äusserlich sehr geschwollen. Grosse Schwierigkeiten zu
schlingen, die Flüssigkeiten kommen dabei aus der Nase. Harn
sehr gefärbt und gering. Puls über 100. Haut trocken und
sehr roth. Grosse Unruhe. Carb.acid. 1. Wie oben. Reconvalesc. in 5
Tagen. &endash;
In 2 Fällen von Scharlach wurde Carb. ac. 1. gleich vom
Anfange an gereicht, wodurch die Krankheit coupirt wurde.-
Rouht berichtet (Medic. Invest. 3. 368) folgenden Fall:
Scharlach bei einem 12jährigen Mädchen;
Nach erfolgloser Anwendung von Ac., Bell. und Rhus am 4. Tage
folgender Zustand: Schlaf unruhig mit halbgeschlossenen Augen; Zucken
der Hände und Füsse; Aufschrecken aus dem Schlafe;
delirirend, beständig redend; Aechzen; wirft sich von einer
Seite auf die andere; Puls 160; Zunge dick belegt in der Mitte; Hals
innerlich und äusserlich so entzündet, dass das Schlingen
schwer und schmerzhaft ist und sogar das Athmen behindert.
Nasenschleimhaut so geschwollen, dass sie durch den Mund athmen muss.
Lippen trocken, aufgesprungen und sehr scherzhaft, so dass sie kaum
den Mund öffnen kann. Mundgestank. Beide Tonsillen und die
hintere Wand des Rachens dicht mit diphtheritischem Exsudate bedeckt.
Harn wenig und roth. Durchfall stündlich. Der Ausschlag ist
nicht gleichmässig über den Körper, sondern
häufig unterbrochen und kupferfarbig. Miliaria über den
ganzen Körper. Carb. acid. in niederer Verd., innerlich und zum
Gurgeln, heilte langsam.
2. In beinahe 20 Fällen wurde nach der Operation,
während die Wunde heilte, Carb. acid. innerlich gegeben. Keiner
von diesen Fällen hatte einen Rückfall. G. D. Beebe, Med.
Investig. 7. 554.
__________
Quelle:
EDWIN M. HALE´S NEUE AMERIKANISCHE HEILMITTEL; LEIPZIG, 1873