Sie sind hier:
Startseite -
Artikelindex -
Hale-Index- Chromicum acidum
49. Chromicum
acidum
Analoge Mittel: Daphne indica
Anmerkung: Das nachfolgende Symptomenverzeichniss ist das Resultat
mehrerer Prüfungen mit niedern Verdünnungen im Laufe
mehrerer Monate an mir selbst. Dr. G. Oehme.
Die Symptome traten mit einer einzigen Ausnahme (Erbrechen nach
einer zu grossen Gabe) erst nach sehr lange fortgesetztem und
wiederholtem Einnehmen auf.)
Allgemeines:
- Die Schmerzen sind links schlimmer und anhaltender als rechts
- (Schnelles) Herumgehen bessert
- Müdigkeit und Schwäche
- Kaltes Wasser und Zugluft erzeugt oder verschlimmert den
Schmerz
Haut und Aeusseres:
- Meistens Abends unleidliches Prickeln und Jucken hier und da,
mit Unruhe in den Gliedern, so dass er vom Sitzen oder liegen
mehrmals aufstehen und herumgehen musste
Schlaf:
- Trotz guten Nachtschlafes grosse Tagesschläfrigkeit, kann
aber doch nicht einschlafen, wenn er sich hinlegt
- Wacht in der Morgendämmerung auf und kann dann nicht
wieder einschlafen, obgleich er schläfrig und nicht aufgeregt
ist
Sensorium:
- Eingenommenheit des Kopfes und geistige Schwerfälligkeit
Augen und Ohren:
- Verminderung der Sehkraft
- Zeitweilig Gefühl, als ob Wasser im rechten Ohre
wäre, ganz plötzlich kommend und vergehend
Zähne:
- Bald nach dem Zubettgehen (10 Uhr) 2 Anfälle von sehr
heftigem Zahnschmerz rechts; jeder dauerte 10-15 Minuten, und
zwischen beiden war eine freie Zeit von einigen Minuten;
während des 2. Anfalls die ergriffenen Zähne wie zu
lang, der Schmerz verbreitete sich bis in die Stirne und ein
Schmerz zwischen dem Kopfe, linken Schulterblatte und Schulter
wurde um vieles besser. Dabei häufiges Wechseln der Lage.
Nach dem Anfalle solche Unruhe in den Gliedern, dass er aufstehen
und herumgehen musste. Die Zähne der rechten Seite auch den
folgenden Morgen noch wie etwas zu lang und kaltes Wasser erzeugte
den Schmerz
- Wiederholt kurz dauernde Zahnschmerzen, besonders im
Unterkiefer rechts, dabei schlägt die zuführende Arterie
heftiger als links
- In der Nacht plötzlich heftiger Zahnschmerz in mehreren,
nicht hohlen Zähnen, links besonders im Unterkiefer; dabei
heftiges Schlagen der zuführenden Arterie
- Früh nach dem gewohnten Ausspülen des Mundes mit
kaltem Wasser auf kurze Zeit Zahnschmerz links unten
Mund:
- Beim Essen, das gut und natürlich schmeckt, kommt es ihm
vor, als ob der ausgeathmete Athem faulig stinke, was ihn fast
übel macht. Er beroch mehrmals das Fleisch, glaubend, dass
der Gestank vielleicht davon herrühre
Hals:
- Weisser Schleim im Halse, zum Ausracksen nöthigend,
besonders früh
Appetit bis Magen:
- Uebelkeit, vorübergehend, zu verschieden Tageszeiten,
besonders bei leerem Magen
- Eine halbe Stunde nach einem einfachen Abendessen Uebelkeit,
allmälig schlimmer werdend, mit dem Gefühle, als ob
Stuhl eintreten sollte. Ein Schluck verdünnter Madeira
schmeckte ganz eigenthümlich widrig. Mehrmaliges Erbrechen
von Speise und nachher 3mal von Galle mit vielem Würgen, in
Zwischenräumen von 5-10 Minuten; dabei warmer Schweiss und
natürliches Wärmegefühl. Schnelles Gehen im Zimmer
besserte die jedem Erbrechen vorangehende Uebelkeit. Zwischen den
Anfällen von Erbrechen eine Art Druck und Vollheit im Magen,
so dass er die Kleider öffnen musste. Bald nach dem letzten
Erbrechen _stündiger Schlaf, nachher ganz geringer Druck oder
Schweregefühl im Magen. (Nach einigen Tropfen der 1.
Decimalverdünnung, einer zu starken Gabe, kurz vor dem
Abendessen).
Stuhl:
- Wässriger Durchfall mit Uebelkeit und Schwindel (bei
einem 14jährigen Mädchen)
Brust und Athem:
- Plötzlich ein heftiger Stich in der Herzgegend; es
dauerte mehrer Minuten, ehe der Schmerz allmälig verschwand
Nacken, Rücken, Kreuz und Glieder:
- Fast 3 Wochen lang ununterbrochener, bald mehr, bald weniger
heftiger Schmerz, mit Steifigkeit in der linken Schuler und
Schulterblatte und linken hintern Seite des Halses bis an den
Hinterkopf, scheinbar tief sitzend. Mehrere Tage lang war er so
heftig, dass die geringste Bewegung der betreffenden Theile
äusserst schmerzhaft war; selbst Nachts war der Schlaf
beeinträchtigt, da nur gewisse Lagen erträglich waren;
das Aufrichten vom Liegen verursachte viel Schmerz und das Drehen
des Kopfes nach links und hinten war unmöglich. Im Stehen und
Gehen hat er die wenigsten Schmerzen. Zuweilen reichte der Schmerz
bis ins linke Olecranon, die Muskeln an der Brust unterhalb der
linken Schulter und bis ans Rückgrat. Es waren alle Muskeln,
die sich an das linke Schulterblatt anheften, mehr oder weniger
ergriffen. Die ergriffenen Muskeln sind schmerzhaft und der linke
Arm kann nicht gut gebraucht werden. Zugluft verschlimmert. Beim
Tiefathmen ein Stich in der Brust links oben in der Nähe der
Schulter. Husten veranlasst heftigen Schmerz in der ganzen linken
obern Hälfte der Brust und tiefes Husten ist unmöglich.
Druck auf der Brust. Keine Affection der Lunge. Daphne indic.
heilte diese rheumatismusartige Affection
- Der Schmerz zog sich vom linken Schulterblatte herab nach dem
obern Rande des Beckens und die Lumbargegend war etwas
druckempfindlich
- Mehrmals, kurz dauerndes, schmerzhaftes, ziehendes
Lähmigkeitsgefühl vorn in der Mitte des linken
Oberarmes, wie nach einem heftigen Schlage
- Vorübergehender Schmerz im linken Ellbogen
- Die Arme schlafen leicht ein
- Kurz dauernder gelinder Schmerz im rechten Ellbogen
- Ziehender, tief sitzender Schmerz, wie im Knochen, in der
vordern obern Hälfte des linken Oberschenkels, bis ins
Hüftgelenk
__________
Quelle:
EDWIN M. HALE´S NEUE AMERIKANISCHE HEILMITTEL; LEIPZIG, 1873
nach oben