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Hale-Index- Coca
53. Coca
Erythroxylon Coca, ein südamerikanischer Strauch (besonders in Peru und Bolivia), dessen Blätter als ein Reizmittel gekaut werden, häufig um beschwerliche Arbeiten leichter zu ertragen und den Hunger zu unterdrücken.
Analoge Mittel:
Coffea, Thea, Scutellar., Ignat., Paullin., Cannab. indic., Cypriped., Phosph. acid., Opium, Starmon. etc.
Zubereitung:
Tinctur der Blätter
Anwendung bei:
- Verdauungsschwäche
- Gastralgie
- Enteralgie
- Schwäche bei Reconvalescenten von Typhus etc.
- Scorbut
- Anaemie
- Hysterie
- Hypochondrie mit grösstem Lebensüberdruss
- Spinalirritation
- Idiopathische Convulsionen
- Erethismus in der sensiblen Sphaere
- Hydrophobie
- Tetanus
- Geistes- und Gemüthskrankheiten
- Puna
- Asthma
- als Aphrodisiacum
Allgemeines:
- Zwischen der Kachexie der Cocakauer (Coquero) und der vorübergehenden Vergiftung damit ist derselbe grosse Unterschied wie zwischen der Kachexie der Opiumraucher und der vorübergehenden Vergiftung
- Coca gekaut oder als Infusum übt eine stimulirende Wirkung auf die Magennerven aus und erleichtert die Verdauung; in starker Gabe vermehrt sie die Wärme und Häufigkeit des Pulses und der Respiration; in noch stärkerer Gabe erzeugt sie Delirien, Sinnestäuschungen und Gehirncongestionen. Ihre vorzüglichste Eigenschaft ist die Erhöhung der im Organismus schlummernden Spannkraft ohne nachfolgende Schwäche desselben, so dass die Coca in die Reihe der kräftigsten Analeptica gestellt werden muss. Ein eigenthümliches Gefühl von vermehrter Kraft, Agilität und Drang zur Arbeit. Eigenthümliches Gefühl des Isolirtseins von der Aussenwelt und unwiderstehliche Neigung zu Kraftäusserungen, so dass er, der im gesunden Zustande jede gymnastische Uebung sorgfältig mied, mit einer katzenähnlichen Leichtigkeit und Sicherheit auf den Schreibtisch sprang, ohne die Lampe und andere Dinge umzuwerfen. Hierauf entwickelte sich eine Art Erstarrung, jedoch mit dem Gefühle von seligem Wohlbehagen, mit Beibehaltung des klaren Selbstbewusstseins und dem instinktartigen Wunsche, durch einen ganzen Tag keine Bewegung, nicht einmal die eines Fingers vorzunehmen. Nun tritt traumvoller, anhaltender Schlaf ein.
- Die leidenschaftlichen Cocakauer erkennt man auf den ersten Augenblick an ihrem unsichern, schwankenden Gange, der schlaffen Haut von graugelber Färbung, den hohlen, glanzlosen, von tief violettbraunen Kreisen umgebenen Augen, den zitternden Lippen und unzusammenhängenden Reden und ihrem stumpfen, apathischen Wesen; ihr Charakter ist misstrauisch, unentschlüssig, falsch und heimtückisch; sie werden frühzeitig alt und blödsinnig. Oft wird eine Art Bleichsucht beobachtet und das biliöse Colorit macht einem bleifarbigen Platz. Oedematöse Anschwellungen. Allgemeine Abzehrung
- Coca ist Vorbauungs- und Heilmittel gegen Puna oder Veta; es ist dies die eigenthümliche Krankheit, die in Folge des verringerten Luftdrucks auf den Hochgebirgen Amerikas jeden Europäer und Thalbewohner befällt. Die constantesten Symptome derselben sind eine unerklärliche Müdigkeit und eine besondere Schwierigkeit des Athmens, wobei der Gehende wohl nach jedem 10. Schritte ausruhen und vergeblich versuchen muss, durch tiefes Einathmen und die weiteste Ausdehnung der Brust die Lungen mit Luft zu füllen, mit dem Gefühle, als ob er sich in einem luftleeren Raume befände; dazu kommen noch Herzklopfen, Angst, zumal im Liegen, Beklemmung, Congestion nach Lungen und Kopf, Ohnmachten, sehr frequenter Puls mit Gefühl innerer Kälte und Absterben der Hände und Füsse, Reizung der Augen, Verdauungsbeschwerden, Blutungen etc. Am heftigsten wird die Athemlosigkeit und die Mattigkeit bei jedem Versuche zu steigen. Besonders tritt die Krankheit bei Herz- und Lungenkrankheiten heftig auf
- Der Cocakranke liebt Einsamkeit und Dunkelheit, der Stramonkranke Gesellschaft und Licht
- Er legte 3-4 Tage anhaltende, starke Fusstouren zurück ohne irgendwelche Nahrung zu nehmen und nur wenig zu schlafen, indem er blos die Blätter kaute
- Leichtigkeit im Athmen und Gefühl von Frische und Kraft im ganzen Körper mit grossem Behagen schnell und weit zu gehen; trotz grosser Hitze und starken Sonnenscheins; Vormittags
- Gefühl von Munterkeit und Kräftigkeit den ganzen Tag, trotz wenig Schlaf in der vergangenen Nacht
- Auffallend frisch, munter und zum Gehen aufgelegt; im Laufe des Vormittags
- Ausserordentlich wohl, munter und arbeitskräftig den ganzen Vormittag, trotz vorgängiger Nachtarbeit bis 3 Uhr Morgens
- Grosse Leichtigkeit beim Steigen und Laufen in Hochgebirgen, ohne alle Athembeschwerden
- Mattigkeit den ganzen Tag, Abends Besser
- Grosse Mattigkeit und Lassheit in den ersten Vormittagsstunden, nach gutem Nachtschlafe
- Auffallend träge, müde, selbst schläfrig mit häufigem Gähnen, den ganzen Vormittag
- Grosse Angegriffenheit den ganzen Tag
- Grosse Müdigkeit
- Ohnmachten
- Seit 3 Jahren völlige Abneigung vor Anstrengung, fast Unmöglichkeit sich anzustrengen
; sie liegt beinah den ganzen Tag im Bette und steht fast blos auf um zu essen (Coca heilte äusserst schnell)
- Häufiger Rheumatismus von der geringsten Erkältung
- Hypochondrische Leiden
- Gegen übermässigen Salzgenuss
Haut und Aeusseres:
- Umschriebene Erytheme
- Ein der Pityriasis ähnliches Exanthem um die Augenlider
- Hier und da nicht unangenehmes Prickeln und Jucken auf der Haut
- Ausbruch von Beulen (chronische Vergiftung)
- Unangenehme Ausdünstung
- Trockener, papulöser Ausschlag auf dem Handrücken seit 3 Jahren
- Schützt vor Hautkrankheiten
Schlaf:
- Vormittags im Gehen öfters Gähnen ohne Müdigkeit
- Gefühl von Mattigkeit und Schläfrigkeit, Morgens
- Grosse Müdigkeit, Vormittags mit Schmerz der Augen
- Ausserordentliche Schläfrigkeit, Morgens, Zufallen der Augen beim Schreiben
- Grosse Schläfrigkeit und Kopfschmerz, Vormittags in einer kühlen Stube; im Freien alsbald vergehend
- Ueberwältigende Schlafsucht, während des Mittagsessens, 1 Stunde lang (nach einer ziemlich schlaflosen Nacht)
- Grosse Schläfrigkeit, Nachmittags 5 Uhr
- Vorzeitige Schläfrigkeit, Abends
- Grosse Müdigkeit
- Tiefer, fester Schlaf, die ganze Nacht
- Sehr tiefer und fester Schlaf mit lebhaften Träumen
- Bei hohem Grade von Intoxication ein von bizarren, schnell wechselnden Träumen begleiteter Schlaf, der einen ganzen Tag hindurch dauern kann, ohne das Gefühl von Mattigkeit oder Dysphorie zu hinterlassen
- Schläfrigkeit Abends, ohne später im Bette schlafen zu können
- Trotz vorübergehender Schläfrigkeit munteres Wachsein im Bette bis gegen 4 Uhr Morgens, dann ruhiger Schlaf bis 7 Uhr
- Schläfrigkeit Abends, vorzeitig, ohne nachher im Bette schlafen zu können wegen Munterkeit, Hitze und lebhaften Klopfens der Temporalarterien; bis Mitternacht
- Schläfrigkeit und Müdigkeit, den ganzen Tag, durch Kaffee 1_ Stunde lang gemindert, nur mit grösster Anstrengung die Geschäftsbesorgung gestattend (Genuss von Bier hatte keinen Einfluss darauf); beim zeitigen Zubettegehen Abends Schlaflosigkeit, Gedankenzudrang und Frösteln, so dass er um 11 Uhr wieder aufstand und bei vollkommenem Wachsein, nur dann und wann durch Druckschmerz der Augen gestört, bis 2 Uhr Morgens arbeitete; dann ruhiger Schlaf
- Schlaflosigkeit, aber mit Lust zur Arbeit die ganze Nacht hindurch
- Nach _ Stunde Schlaf im Bette (von 10-_11 Uhr Abend) wieder vollkommene Munterkeit und Wachsein, dabei aber Frösteln und Schwindel mit Fieber, Andrängen der Gedanken mit Bekümmernis; Schlaflosigkeit bis 2 Uhr, dann Schweiss, Ruhe, Schlaf
- Kein Bedürfnis auf Schlaf trotz grosser körperlicher Anstrengung
- Unruhiges Umherwerfen im Bette, Nachts, wiederholtes Aufheben der Arme unter dem Kopfe und undeutliches Sprechen im Schlafe
- Grosse Unruhe, Unbehaglichkeit und Schlaflosigkeit in der Nacht
- Chronische Schlaflosigkeit
- Neigung zu Schlaf und doch keiner wegen Gedankenzudrang
- Unruhiger Schlaf mit häufigem Aufwachen, schwere Träume und anhaltender Schweiss
- Traumvoller Schlaf
- Sehr lebhafte Träume
- Plötzliches Zucken, Zusammenfahren und Erwachen im gewohnten kurzem Nachmittagsschlafe
- Schweres Erwecktwerden aus dem Schlafe mit stieren Augen, weit geöffneten Pupillen und Unbesinnlichkeit
- Frühzeitiges Erwachen
- Aufregung und Schlaflosigkeit zahnender Kinder
Fiebersymptome:
- Fieber und grosse Hinfälligkeit, Nachmittags, durch Wein gebessert
- Fieber; mit Kopfschmerz
- Frösteln und Schwindel mit Fieber
- Fieberhafter Zustand mit erhöhter Hautwärme, Herzklopfen, Funkensehen, Schwindel
- Schweiss
- Der Puls wird nach und nach schneller und die Herzthätigkeit steigert sich bis auf das 4fache
- Puls schwach, beschleunigt, klein, etwas matt, den ganzen Tag hindurch
- Puls matt, 76, mit Leibschmerz, Schläfrigkeit, Gesichtsblässe
- Lebhaftes Klopfen der Schläfeadern mit Hitze und Schlaflosigkeit, Nachts im Bette
Gemüth:
- Nervöse Aufregung unangenehmer Art
- Reizbare Stimmung mit Frostigkeit; Abends hinfällig und müde (nach schlechtem Nachtschlafe)
- Aufgeregtheit und grosse Heiterkeit, Abends
- Veränderliche, meist sehr mürrische Laune, zu Ausschweifungen sehr geneigt
- Stiller als gewöhnlich, weniger laut und singend, mehr auf die Gespräche Anderer horchend, selbst verstohlen; Abends
- Grosse Bangigkeit, den ganzen Tag Ohrenbrausen und Funkenfliegen
- Scheu vor menschlicher Gesellschaft und Sucht nach Einsamkeit
- Hypochondrie
- Mangel an Energie
- Misstrauischer, unentschlüssiger, heimtückischer Charakter (chronische Vergiftung)
- Stumpfes, apathisches Wesen
- Laune sehr wandelbar, meist aber sehr mürrisch, bei der chronischen Vergiftung
- Reizbare Stimmung
- Niedergeschlagenheit
- Coca erzeugt Ruhe des Gemüthes und Körpers ohne nachfolgende Depression
Sensorium:
- Er konnte in diesem Zustande der intellectuellen Aufregung ganz geläufig und regelmässig schreiben
- Klarheit des Geistes
- Aufgeregte Phantasie; wunderbare Visionen, bald in unbeschreiblich schönen und wonnigen Gestalten, bald in grauenhaften Bildern
- Delirien
- Kann keine geistige Arbeit verrichten
- Kann zuweilen die rechten Worte nur langsam finden
- Ist so duselig im Kopfe, dass er nicht mit Verständniss lesen kann
- Vollkommene Abstumpfung der Sinnesthätigkeiten
- Blödsinn
- Kurzer Schwindel, Vormittags beim Niedersetzen; auch später einmal beim Aufstehen vom Stuhle
- Leiser Schindel beim Gehen mit Gefühl, als zöge es den Körper nach rechts; einige Minuten lang
- Schwindel, leichter, früh bei Bewegung in freier Luft, die Gegenstände scheinen sich vor den Augen zu drehen, eine Stunde lang
- Schwindel, früh, beim raschen Hinaufsteigen einer gewohnten steilen Wendeltreppe
- Schwindel, früh, _ Stunde lang, nach Ruhe und einem Glas Wein sich bessernd
- Schwindel, im Hinterkopfe Drücken
- Schwindel und Duseligkeit, beim Gehen unwillkürlicher Geschwindschritt, den Kopf nach vorn geneigt, mit Schwindel und Furcht zu fallen
- Nach 2stündigem Kopfschmerz Schwere im Kopfe mit Ohrenklingen
- Vormittags 9 Uhr Schläfrigkeit und Schwere des Kopfes
- Trägheit und Eingenommenheit des Kopfes
- Eingenommenheit des Kopfes, früh Morgens, nach Waschen und Kaffee vergehend
Kopfschmerzen:
- Schmerzhaftes Pressen an den Kopfseiten
- Nachmittags Kopfschmerz mit Frösteln
- Nachmittags Kopfschmerz mit kalten Füssen und ungewohntem Stuhldrange
- Kopfschmerz, Vormittags 10 Uhr, nach dem Mittagsessen vergehend
- Ziemlich heftiger Kopfschmerz mit Trockenheitsgefühl im Halse und Ohrenbrausen (nach 2 Stunden); mit Eintritt des Kopfschmerzes vergehen die Gesichtsstörungen und Täuschungen
- Ziehen im Kopfe, wie von grosser Erschöpfung; Flammenerscheinungen vor den Augen
- Heftiger Kopfschmerz, unmittelbar über den Augen, mit starkem Ohrenklingen
- Spannung über die Stirne, wie von einem Bande
- Eingenommenheit in der Stirn
- Vollheit in der Stirne
- Gelind drückender Schmerz im Vorderkopfe, den ganzen Tag
- Beim Husten und Drücken zum Stuhle jedes Mal ein heftiger Schmerz tief in der linken Stirnseite, wie ein Auseinanderpressen
- Nachmittags Müdigkeit mit Schwindel und Kopfschmerz, besonders in Stirn und Hinterkopf, mit Frösteln
- Nachmittags Mattigkeit, Kopfschmerz im Hinterkopfe; Abends Schlaflosigkeit
- Drückender Kopfschmerz rechts und im Hinterkopfe, auch rechts in der Stirn (jedoch schwächer), mit Schwindel und Frost, Nachmittags; gegen Abend sich verlierend
- Ziehen, im Hinterkopfe beginnend bis nach den Schläfen, beim Versuch zu lesen, den ganzen Nachmittag hindurch
Augen:
- Hohle, glanzlose, von tiefen violettbraunen Kreisen umgebene Augen
- Augenschmerz, wie von Müdigkeit
- Thränen des rechten Auges mit leichter Röthung der Bindehaut und der Lider am innern Winkel, früh beim Erwachen. Leichte Schleimabsonderung im rechten und etwas auch im linken Auge, den Tag über
- Grosse Lichtscheu mit erweiterten Pupillen
- Momentanes Schwarzwerden vor den Augen, beim Steigen einer Treppe, Vormittags
- Weisse Flecke vor den Augen, so dass beim Lesen das Buch weiss marmorirt erscheint
- Drücken in den Augen, Farbensehen, Funkenfliegen von oben nach unten
- Leichte fliegende schwarze Punkte vor den Augen, einige Male Nachmittags 4 Uhr beim Lesen
- Dumpfheit im Kopfe mit Fliegen von feurigen Punkten von oben nach unten und Verschwimmen der Buchstaben
- Weisse Flecke und glänzende Schlangenlinien vor den Augen mit grosser Müdigkeit, beim Ausgehen nach Tische, 1 Stunde lang
- Flimmern vor den Augen; die Buchstaben verschwimmen auf dem Papiere; Gefühl, als schriebe er mit 2 Federn; feurige Punkte fliegen vor den Augen (nach 10 Minuten). Nach und nach tritt ein Gefühl ein, als wenn über den Augen Jemand klopfe; starkes Ohrenklingen dabei
- Flammenerscheinungen vor den Augen, ruckweise, ähnlich dem fernen Wetterleuchten, Morgens und Abends
- Die Augen werden sehr empfindlich, so dass nicht lange gelesen werden kann
- Hinausdrücken (?) des Gesichtskreises
- Neigung des obern Augenlides herab zu fallen, doch ohne Verlangen auf Schlaf
Ohren:
- Das Gehör schmerzhaft scharf
- Bei leerem Schlucken Knacken in beiden Ohren
- Hörbares Pulsiren in beiden Ohren
- Singen im linken Ohre, mehrere Minuten lang; Abends wiederholt
- Ohrenbrausen
- Starkes Ohrenklingen und Brausen
- Starkes Ohrenklingen mit heftigem Kopfschmerz über den Augen
- Fortdauerndes Taubheitsgefühl bei unbeeinträchtigtem Gehör
- Bei lautem Lesen im Zimmer die Empfindung, als ob durch die Töne das Trommelfell nach aussen gedrückt würde, oder als ob die Töne erst durch ein dickeres Medium zum Ohre gelangten; dabei Pulsiren und dumpfes Brausen in beiden Ohren Vormittags; Abends gegen 7 Uhr waren alle Ohrsymptome verschwunden
- Taubheitsgefühl vor beiden Ohren, obgleich das Gehör selbst so deutlich wie sonst ist; dabei fortwährend Gefühl, als ob etwas in den Ohren vorgehen müsse, wodurch Taubheit entstände
- Schwerhörigkeit; es klingt als kämen die Töne aus einer grössern Entfernung; Vormittags
Nase:
- Auslaufen klaren Wassers und mehrmaliges Niesen doch ohne eigentlich Schnupfen zu haben
Angesicht:
- Brennen und Röthe der Wangen, erst links dann rechts; weisser Fleck in der Mitte der Letzteren
- Kleine Furunkel im Gesichte
- Zittern der Lippen
- Blasse Lippen und Zahnfleisch; grüne, stumpfe Zähne; hässlicher, schwärzlicher Saum um die Mundwinkel
- Nesselausschlag an den Lippen; Grinde daselbst; Bluten der Lippen
Zähne und Mund:
- Heftiger Schmerz in einem hohlen Zahne, vom Mittag bis Abend
- Verhindert Caries der Zähne
- Stinkender Athem
- Zunge
- Vermehrter Speichelfluss
- Leichtes Brennen in der Mund- und Rachenhöhle mit Durst
- Nachts und Morgens Mund und Gaumen wie mit Pfeffer verbrannt
- Trockenheit im Munde beim Gehen
- Zunge belegt, Geschmack schleimig
Hals:
- Reizbarkeit des Pharynx, so dass der Magen keine Speise behalten wollte
- Gefühl als ob Schleim im Pharynx sei, der durch Husten oder Räuspern nicht entfernt wird
- Trockenheit im Halse und Munde mit Durst, Morgens
- Trockenheitsgefühl im Halse mit Kopfweh oder Ohrenbrausen
- Mehrmaliges Geschwulstgefühl am Gaumensegel, das Schlingen erschwerend; einmal auch mit Kitzeln zum Hüsteln
- Früh Morgens nach sehr ruhigem Schlafe Gefühl von Trockenheit im Halse, beim Schlingen unangenehm wie geschwollen; nach 10 Minuten vergehend
- Nach 2 Stunden dasselbe Gefühl im Halse mit Kratzen und geschwollenem Zäpfchen, öfters zum Räuspern und Schleimauswerfen nöthigend; 1 Stunde lang
- Deutliches Gefühl von Schwellung des Zäpfchens, Schwierigkeit beim Schlingen; Geschwulst des Zäpfchens ohne besondere Röthe; Nachmittags von 5 Uhr an, den ganzen Abend hindurch
- Früh beim Erwachen Schmerz beim Schlingen und grössere Geschwulst des Zäpfchens
- Schmerz am Zäpfchen, ziemlich heftig beim Schlingen, mit Geschwulstgefühl, Abends sehr stark werdend und mit wirklicher Verlängerung und Röthe des Zäpfchens und dessen Umgebung verbunden; erst am andern Tage allmälig sich verlierend
Appetit und Geschmack:
- Nach dem Kauen der Blätter Empfindung eines anfangs bitterlichen, später aromatischen Geschmackes
- Schleimiger Geschmack
- Kein Geschmack früh
- Wasser schmeckt brenzlich
- Moschusähnlicher Geschmack im Munde
- Metallischer Nachgeschmack der eingenommenen Tropfen; die Butter schmeckt häringsartig, früh
- Coca verhindert den Hunger und erzeugt ein Gefühl von grosser Sättigung
- Starker Appetit und viel gegessen, Mittags
- Vorzeitiges Verlangen nach Speisen, Vormittags, trotz Auftreibung des Unterleibes wie von überfülltem Magen
- Trotz starken Hungers und guten Appetites Mittags schnelles Sattwerden
- Mittags kein Hunger, wie gewöhnlich, trotzdem viel und mit Appetit gegessen
- Grosse Sättigung ohne Bedürfniss zur Nahrung auffallend lange Zeit
- Sehr geringes Bedürfniss nach Nahrungsmitteln, bei schwerer Arbeit und ungemeiner Kräftigkeit
- Appetitlosigkeit, schleimiger Geschmack
- Verlust des Appetites
- Appetitlosigkeit mit schnellem Sattwerden; belegte Zunge, schleimiger Geschmack, etwas Fieber
- Appetitlosigkeit, Mittags, besonders gegen Fleisch
- Ungeheures Nagen und Hungergefühl in der Magengrube
- 40Stunden lang hatte er kein Verlangen nach Speise gehabt; die dann genossene Mahlzeit wurde vortrefflich verdaut
- Fühlt weder Hunger noch Schwäche, trotzdem dass er längere Zeit nichts geniesst und hart arbeitet
- Nach Aufhören der Cocawirkung ass er erstaunliche Mengen
- Appetit höchst unregelmässig (in der chronischen Vergiftung), denn auf dem Widerwillen gegen alle Speisen folgt oft ganz plötzlich ein grenzenloser Heisshunger, namentlich nach animalischer Kost; krankhafter Hunger, so dass er selbst Thierkoth verschlingt
Gastrische Zufälle und Magen:
- Schleimiges Aufstossen
- Starkes, lautes Aufstossen ohne Geschmack und Unannehmlichkeit im Magen, früh
- Aufstossen, einige Mal, nach dem gewohnten Kaffee
- Aufstossen mit Geschmack der früh gekauten Blätter, Abends
- Leichtes Aufstossen nach dem Mittagsessen
- Vormittags starkes Luftaufstossen, etwa alle Viertelstunden, ohne Geschmack und Vollheit im Magen; dabei öfteres Gähnen und beim Sitzen Schläfrigkeit
- Früh beim Erwachen unangenehmer Geschmack im Munde und nicht der gewöhnliche Appetit, Aufstossen und Völle im Magen mit fortwährendem Drange zum Aufstossen, 3 Stunden lang; Mittags mit Appetit gegessen, doch bald darauf wieder Magenauftreibung und fortwährendes Aufstossen
- Appetitlosigkeit, Brecherlichkeit, grosser Durst mit Bleischwere der Füsse
- (Früh grosse Dumpfheit im Kopfe, wie Katzenjammer, Appetitlosigkeit, belegte Zunge und übler Geschmack im Munde)
- Heftiges Erbrechen schleimiger Flüssigkeit, Abends, mit nachfolgendem Geschmack nach den Blättern
- Heftige Uebelkeit, zweimaliges Erbrechen mit Nachgeschmack der Blätter, Nachts
- Starke Uebelkeit nach dem Frühstücke, Mittags kein Appetit. Abends 2maliges, starkes Erbrechen schleimig-wässriger Massen, ohne bittern oder sauern Geschmack, wohl aber mit darauffolgendem starken Geschmack der früh gekauten Blätter
- Dyspepsie, geschmackloses Aufstossen, Uebelkeit, grosse Müdigkeit
- Dyspepsie und dünner Stuhl
- Chronische gastrische Beschwerden
- Nahrhaftes und beruhigendes Mittel, namentlich gegen Magenschwäche und die daraus folgenden Verstopfungen, Koliken und hypochondrischen Leiden
- Nach dem Mittagsessen Verschwinden aller Symptome, nämlich Knurren, Kollern, Aufstossen, Brustbeklemmung und Bruststechen
- Nach dem Mittagsessen Verschwinden des Kopfschmerzes
- Auftreibung des Magens mit Schwerathmigkeit, früh beim Erwachen
- Nachmittags ungewöhnlich voll im Magen, Unterleib und Brust, viel Aufstossen, keine Lust und Geschick zum Arbeiten
- Mittags eigenthümliches Leeregefühl im Magen und Unterleib, beim Gehen sogar ein schmerzartiges Zusammengezogenheitsgefühl im Magen und links daneben ein Schmerz etwa wie das sogenannte Milzstechen
- Nach sehr starkem Essen Mittags darauffolgende Völle im Magen
- Beim Gehen Schmerz in der Gegend der linken Hälfte des Magens, langsam schlimmer werdend, nach Stehen verschwindend; im Laufe der Woche wieder auftretend
- Gefühl von Wohlbehagen im Magen, wie nach einer mit gutem Appetite verzehrten Mahlzeit
- Die Verdauung scheint rasch von Statten zu gehen
- Schwäche der Verdauungsorgane; anfangs geringes Uebelbefinden, bald aber sehr heftige Verdauungsstörungen (in der chronischen Vergiftung)
Hypochondrien und Bauch:
- Gallenleiden
- Gallensteine
- Gallige Beschwerden, hartnäckige Verstopfung, Gelbsucht, Kopfschmerzen, Schwäche, Abmagerung
- Starke Leibauftreibung mit Stuhlverstopfung
- Auftreibung des Leibes mit Stuhlverstopfung und endlich hartem Stuhlgange
- Tympanitische Auftreibung und Spannung des Leibes
- Vormittags 10 Uhr eigenthümliches Gurren im Leibe mit Leerheitsgefühl, Hunger und Milzstechen
- Nachmittags 5 Uhr beim Gehen wieder heftiges "Milzstechen", diesmal ein wirklich das Gehen störender Schmerz unmittelbar unter der 1. und 2. linken falschen Rippe; nach 10 Minuten ganz vergehend
- Im Anfange des Gehens wieder derselbe Schmerz unter den linken Rippen, 5 Minuten lang
- Bauchweh, besonders im Jejunum und Ileum, durch warme Suppe, sowie durch wiederholten Druck auf die Regio epigastrica zeitweilig nachlassend
- Leises Leibschneiden in den Dünndärmen, schneidend, ziehend, nagend, ohne Kollern, von früh 6 bis Vormittags 11 Uhr, durch Schnellgehen erleichtert
- Bauchweh, Morgens wieder anfangend, nach Kaffee ärger werdend, Abends 5 Uhr nach einem Trunk kalten Bieres nachlassend
- Bauchweh durch eine Tasse Chocolade erneuert, Abends, mit Drang zum Stuhle, der in geringer Menge und hart erfolgt, mit Gefühl von Lähmung des Sphincters. Der Leibschmerz wird darauf immer heftiger, kolikartig, mit Mattigkeit, Schläfrigkeit, häufigem Gähnen und Blasswerden des Gesichtes. Puls 76 Schläge, etwas matt. Abends 9 Uhr Unfähigkeit ausser Bette zu bleiben
- Heftiges Bauchweh, mit Kollern, wie von Blähungen, tympanitische Auftreibung des Bauches, durch endlichen Abgang häufiger, geruchloser Blähungen gemindert
- Fühlbares und hörbares Kollern und Knurren im Ileum, schon nach 10 Minuten in das Colon ascendens und descendens übergehend, den ganzen Tag hindurch
- Kollern im Unterleibe wie von Blähungen mit Aufstossen, ohne Geschmack und Geruch
- Fortdauernder Drang zu Blähungen, ohne Abgang
- Abgang von Blähungen und Drang zum Stuhle
- Bauchwassersucht
Stuhl und After:
- Unregelmässiger Stuhl. Verstopfung mit Beschwerden im Unterleibe
- Stuhlverstopfung, 41 St. lang
- In der chronischen Vergiftung stets Stuhlverstopfung
- Früh zur gewohnten Zeit keine Stuhlnöthigung; ebenso erfolgte den ganzen Tag keine Ausleerung trotz aller Mühe; erst Abends 11 Uhr Erwachen aus dem Schlafe durch heftigen Stuhldrang und eine reichliche, feste Ausleerung
- Stuhldrang, Nachmittags, mit Kopfschmerz und kalten Füssen
- Nachmittags Stuhldrang, ohne nachfolgenden Durchfall oder sonstige Beschwerden
- Geringer, harter Stuhl mit nachfolgendem Gefühle von Lähmung des Sphincter
- Gegen Gewohnheit zweimal an einem Tage normaler Stuhl
- Stuhl, früher als gewöhnlich, Morgens, und dünner; nach demselben bleibt 3 Minuten lang noch das Gefühl des Bedürfnisses einer nochmaligen Entleerung, ohne dass solche erfolgt
- Weicher Stuhl von normaler Farbe
- Gelind eröffnende Wirkung auf den Stuhl (blos Anfangs)
- Durchfall, einmaliger, früh
- Durchfall, 2 mal, ohne weitere Beschwerden
- Durchfall und Appetitlosigkeit
- Schwerer Abgang des Stuhles, obgleich er weich und wohlgeformt ist
- Gefühl von Trockenheit im Rectum
- Der Stuhl verliert nach und nach den Kothgeruch und riecht nach Coca
Harnorgane:
- Dunkelbrauner Harn
- Wenig und dunkelbrauner Harn
- Ausbleiben der gewohnten Incontinentia urinae nocturna
- Der Harn hat ein schillerndes Häutchen mit scheinbaren Rissen darin und einen flockigen, blassen Absatz, auf dem Boden schwimmend
Weibliche Theile:
- Menses, 2 Tage zu spät, kommen um Mittag; in der Nacht sehr profus mit Schmerz im untern Theile des Leibes; das Blut geht nicht allmälig, sondern schubweise ab und weckt aus dem tiefem Schlafe auf
Luftröhre und Husten:
- Heiserkeit beim Aufwachen Nachts
- Am Tage beim Rauchen häufig ein Kitzel im Kehlkopfe, der zum kurzen, trocknen Husten reizt
- In der Trachea und im Larynx grosser Kitzel und Reiz zum Husten Nachmittags, 1 Stunde lang
- Nachmittags mehrmal Reiz im Halse zum Husten
- Viel trockner Husten Abends im Bette, wie bei Katarrh der Luftwege
- Hustenreiz im Larynx, Nachmittags, beim Stillsitzen in der Stube, nach 15-20maligem Husten nach und nach verschwindend
- Morgens Husten mit Ausscheidung eines zähen, dicken, weissgelben Schleimes, wie bei chronischen Lungenkatarrh, dabei Trockenheit im Halse und Munde mit Durst
- Die Stimme ist viel kräftiger
- Phthisis laryng., wenn bei Reizbarkeit des Pharynx der Magen keine Speisen behalten wollte
Brust und Athem:
- Leichter Athem beim Schnellgehen und Steigen
- Grosse Leichtigkeit beim Steigen und Laufen in Hochgebirgen, ohne alle Athembeschwerden
- Beklommenheit der Brust
- Brustbeklemmung, mit Vollheitsgefühl in der Regio epigastrica und mesogastrica
- Oppresion auf der Brust, Vormittags
- Beklemmung auf der Brust wahrscheinlich in Folge stärkeren Herzschlages
- Schwere auf der Brust, oft zum Tiefathmen nöthigend; weder schmerzhaft noch unangenehme; beim Gehen und Treppensteigen
- Fast schmerzhafte Schwere auf der Brust und fortwährende Nöthigung recht tief zu athmen, Abends im Sitzen; Gefühl als sei die Lunge zu sehr ausgedehnt. Selbst im Bette noch Schwerathmigkeit, Herzklopfen und nicht unangenehme Mattigkeit des ganzen Körpers, wie nach grosser Anstrengung
- Eigenthümliche Schwere auf der Brust und Kurzathmigkeit, Abends 7 Uhr bei langsamem Gehen; zugleich auch rechts neben dem Zäpfchen an einer kleinen Stelle deutlich Schmerz beim Schlingen, wie von Wundheit und Geschwulst
- Schwere und Dyspnöe auf der Brust, Vormittags beim Gehen; zuweilen ein wirklich schmerzhafter Druck auf der Brust, doch weniger das Athmen beeinträchtigend
- Dyspnöe und Druck auf der ganzen Brust mit steter Neigung zum Tiefathmen, als sollte dadurch Etwas weggeathmet werden; den ganzen Vormittag
- Kurzathmigkeit besonders beim Steigen, Vormittags
- Stöhnendes, unregelmässiges, schweres Athmen, Abends beim Schreiben, unbewusst
- Flüchtige Stiche in der linken Lunge zwischen der 3. und 6. Rippe, beim Tiefathmen verstärkt
- Auswurf kleiner Klumpen, wie gekochte Stärke, seit längerer Zeit früh gleich nach dem Aufstehen
- Asthma, chronisches; beim Treppen- oder Bergsteigen
- Emphysem
- Herzklopfen, Abends im Bette
- Herzklopfen, 6-10 Minuten lang, Vormittags, Brustbeklemmung verursachend
- Grosse Bangigkeit und starkes Herzklopfen, mit Ausbrechen starken Schweisses, Abends im Bette
- Die Thätigkeit des Herzens fast vervierfacht
- Herzkrankheiten
Glieder:
- Erwachen früh mit Schulterschmerzen
- Taubheit der Hände und Füsse
- Gliederschmerzen, auf kurze Zeit durch Ausbruch von Beulen beseitigt (in der chronischen Vergiftung)
- Früh beim Erwachen Schmerz in den Muskeln des rechten Unterarmes an der Kante des Radius beim Bewegen und Drücken, wie von einem heftigen Schlage; der Schmerz blieb an diesem und in geringem Grade auch am folgenden Tag, wurde am 1. Tage sehr heftig, gerade als wenn die Stelle roth und blau sein müsste, ohne dass jedoch etwas zu sehen war
- Lähmigkeit und Schmerz ausser in dem 5. und 4. Finger auch noch in den entsprechenden Muskeln des Handrandes (abductor digiti min. etc.); bei starkem Drucke daselbst auch Schmerzhaftigkeit tief im Fleische wie nach einem Schlage oder starker Anstrengung; 2 Tage lang
- Eine nie gekannte schmerzhafte Lähmigkeit in dem 5. und 4. Finger der rechten Hand, besonders beim Ausstrecken und Zugreifen, ohne äussere Schmerzhaftigkeit, den ganzen Tag über
- Rheumatismus
- Grosse Schwere der Füsse bei Uebelkeit
- (Eigenthümlich zuckend-reissender Schmerz in der rechten grossen Fusszehe, am Tage und selbst in der Nacht plötzlich kommend; ohne alle Behinderung im Bewegen der Zehe und im Gehen, auch durch äussern Druck nicht erregt oder vermehrt)
- Kleine rothe Blüthchen an der innern Fläche der Schenkel und in den Kniekehlen, Nachts bis zum Blutigkratzen juckend
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Quelle:
EDWIN M. HALE´S NEUE AMERIKANISCHE HEILMITTEL; LEIPZIG, 1873