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Prüfet alles, und das Beste behaltet.

Von Dr. Ed. G. Jones, Buffalo, N.Y.

 

Einer der großen Lehrer der Medizin in Deutschland, Hofmann, lehrte seine Studenten: Prüfet alles, und das Beste behaltet.

Nach meiner Meinung ist das lieblichste Blümchen, welches in New-England wächst, Epigea repens (englisch: Mayflower; Maiblume).

 

Dunkle Fichten stehen und schweigen,

Um sie rauscht der Frühlingswind,

unter Laub und dürren Zweigen

treibst du, holdes Frühlingskind.

 

Epigea ist lange ein Hausmittel gegen Blasengries gewesen, besonders wenn der Sand von brauner Farbe war.

Es ist auch das Mittel bei chronischer Blasenentzündung, wenn Blut und Eiter im Urin ist. Man gebe Epigaea-Tinktur, zehn Tropfen alle drei Stunden. Es ist auch angezeigt, wenn Frauen über ein lautes, polterndes oder quakendes Geräusch in den Eingeweiden klagen; sie meinen, daß jeder im Zimmer das Geräusch hören müsse. Man gebe Epigaca-Tinktur, fünf Tropfen alle 2 Stunden.

Man muß sich wohl erinnern, daß Belladonna C 6 das Mittel für Urinverhaltung ist, fünf Tropfen allstündlich bis zur Linderung. Bei Urinunterdrückung gebe man Stramonium D30, 10 Tropfen viertelstündlich, bis der Urin entleert ist. Bei unwillkürlichem Harnabgang ist das passende Mittel Hyoscyamus D6, 5 Tropfen alle 2 Stunden. Bei drohender Herzlähmung oder bei einem alten und schwächlichen Patienten, wo der Puls zu schnell war, um gezählt zu werden und kaum spürbar und der Patient dem Tode nahe schien, war das Mittel Lachesis D6, 10 Tropfen alle zwei Stunden.

Eine Dame erzählt, daß in den ersten drei Tagen ihrer Regel der Geruch so übel ist, daß sie im Zimmer bleiben muß. Sie hat zuweilen etwas Schmerz und Blutklümpchen am Anfang, dann wird das Blut hellrot. Das Mittel für diesen Zustand ist Belladonna D 30, 5Tropfen nachts und morgens.

Es ist gut, sich an die Anzeichen für Graphites bei Hautkrankheiten zu erinnern. Erstens, wenn eine Frau mit einer Hautkrankheit kommt und wenn sie unregelmäßige monatliche Perioden hat, so ist Graphites das angezeigte Mittel. Zweitens, wenn eine unnatürliche Trockenheit der Ausschlagfläche vorhanden ist, pflegt Graphites das benötigte Mittel zu sein. Drittens, wenn Ausschläge eine dicke, honigartige Flüssigkeit ausscheiden, gebe ich Graphites gewöhnlich in der 6. Decimale, 3Tabletten dreimal täglich.

Manchmal kommen einem alte, chronische Fälle von Salzfluß vor. Die Patienten haben bei den Ärzten die Runde gemacht, jedoch hat ihnen die Behandlung keine Besserung gebracht. Diese Fälle sind schlimmer im Winter, es zeigt sich mehr oder weniger Verhärtung der Haut mit Schorfen und Krusten. Es pflegen tiefe blutende Risse zu bestehen und das Jucken ist etwas heftig. Man gebe ihnen Sulfur D 30 morgens und gebrauche äußerlich als Salbe Sailcyl. acid. 1:20, Vaselin 15,0. Man wende es dreimal täglich an der erkrankten Stelle an. Man kann sich auf die obige Behandlung verlassen. Die Salbe ist das beste örtliche Mittel, das wir für aufgesprungene Arme haben.

Es gibt eine Art von Kopfschmerz, der auf Selbstvergiltung folgt und von ihr herrührt. Er hält Tag und Nacht an. Müdigkeit, Schläfrigkeit und Schwindel, durnpfer Kopfschmerz mit träger Leber und Milz; Patient ermüdet leicht. Das Mittel für obigen Zustand ist Grindelia squarrosa dil. D 3, 15 Tropfen alle drei Stunden

Bei atonischer Verdauungsschwäche mit übIem Atem, schlechtem Geschmack im Munde, belegter Zunge, Verlust des Appetits, mit Verstopfung, einem Gefühl von Druck Im Magen, und zuweilen kolikartigen Schmerzen in den Eingeweiden gebraucht man Euphorbia corollata, 10 Tropfen dil. D 2 in 2 Unzen (60 Gramm) Wasser, alle zwei Stunden einen Teelöffel voll.

Man vergesse nicht Asclepias tuberosa dil. D2 bei Schmerzen des Brustfells, 15 Tropfen alle zwei Stunden; wenn Erguß vorhanden sein sollte, wird seine schnelle Beseitigung erleichtert. Der Schmerz und das Unbehagen legt sich, der Husten verschwindet, die Atmung wird frei und natürlich. Es ist auch das Mittel für Seitenstechen, welches wohl einige Monate lang nach einem Anfall von Brustfellentzündung vorhanden ist. Es ist vor allen anderen das Mittel für Zwischenrippen-Neuralgie (Nervenschmerz) - Asclepias dil. D 2, 10 Tropfen alle zwei Stunden.

 

(Schluß folgt.)

 

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Der Artikel erschien in

Leipziger Populäre Zeitschrift für Homöopathie; 54. Jahrgang, 1923, Heft 12, Seiten 149 - 150

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